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Fraktal 8

Auf den ersten Blick ist Kintaru eine friedvolle Welt voller Wunder, doch im Verborgenen ist es ein Planet der Verschwörungen und Intrigen.

(C) Gigaphon Entertainment / Fraktal 8 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenNiemand hat Lieutenant Jublonskys Bericht Glauben geschenkt, dass die unbekannten Aggressoren mit ihren Keilschiffen bereits einen Weg gefunden haben, den für undurchdringlich gehaltenen Schleier zu überwinden. Der Gedanke, dass feindliche Truppen bereits im Geheimen eine Invasion vorbereiten könnten, ist für die Bevölkerung ein absurder Gedanke. Doch plötzlich mehreren sich die Berichte verschwundener Einheiten entlang des planetarischen Verteidigungsschirms. Erste Zweifel kommen auf, ob man die Berichte des menschlichen Offiziers nicht doch zu leichtfertig beiseitegeschoben hat. Währenddessen kommt es innerhalb der Palastmauern des Sopruns zu einigen beunruhigenden Vorkommnissen.


Besatzungsmitglieder der Skyclad irren desorientiert durch die Korridore des Herrschaftssitzes, doch dies ist erst der Auftakt zu weitaus schlimmeren Ereignissen. Ein besonders abscheulicher Todesfall erschüttert die Palastbewohner und die Mannschaft der Skyclad gleichermaßen. Ein Crewmitglied wird in seinem Quartier von einer seltenen Käferart attackiert, die ihre Opfer lähmt und von innen heraus auffrisst. Ein tragischer Unfall oder ein perfides Attentat? Die Zweifel sind groß, denn noch wenige Stunden zuvor gehörte das Zimmer noch Lieutenant Jublonsky. Hat der Offizier sich Feinde im Palast gemacht oder ist alles eine Verkettung unglücklicher Zufälle?


Eines muss man der noch recht jungen Serie unumwunden bescheinigen: Langeweile sucht man hier vergeblich, in einem erfrischend zügigen Tempo werden die Ereignisse vorangetrieben und die Hörer immer wieder aufs Neue mit fantasievollen und unverbrauchten Ideen konfrontiert, die einfach Lust auf mehr machen. "Der leise Tod" ist hierbei keine Ausnahme. Einmal mehr bedient man sich in mehreren Genres, um eine gleichermaßen spannende wie raffinierte Geschichte zu erzählen. So verquickt man Elemente der Horrorliteratur mit Momenten des Abenteuerromans, rührt noch ein wenig Krimizutaten unter, gießt es in den großen Science-Fiction-Topf und tatsächlich kommt ein schmackhaftes Ganzes dabei heraus.


Gleich mehrere verschiedene Handlungsstränge vermögen es, die Aufmerksamkeit des Hörers zu fesseln. Da sind zu einem die beunruhigenden Pläne der unbekannten Invasoren, die mit einem erschreckenden Tempo voranschreiten, und auch der legendäre Schleier von Kintaru scheint nicht dauerhaft Schutz zu bieten. Zum anderen nehmen die internen Spannungen innerhalb des Palastes deutlich zu, was zu einem nicht unbeträchtlichen Maße dem brisanten Verhältnis zwischen Lieutenant Jublonsky und Prinzessin Kari geschuldet ist.


Dazu gibt es eine ordentliche Portion Insektenhorror, die für eine amtliche Gänsehaut sorgt, wenn man sich die Lebensgewohnheit der kleinen Käfer einmal genauer vor Augen führt. Trotz des raschen Tempos nimmt man sich Zeit, die Hauptfiguren weiterzuentwickeln und auch immer wieder zwischendurch Schlagschatten auf Nebenfiguren zu werfen und ihren Hintergrund zu vertiefen, ein Spagat, der nur sehr wenigen Serien gelingt und von der Erzählkunst des Autors zeugt. Die Dialoge wissen zu überzeugen und sind an den richtigen Stellen mit einer Portion Humor garniert, die die Geschehnisse auflockern.


Die verwendeten Geräusche schaffen es sehr schnell, dass man sich die jeweiligen Szenen problemlos vor Augen führen kann. Dabei ist es egal, ob es sich um nervenaufreibende Momente im Weltall oder um nächtliche Käferattacken im Schoße des Palasts handelt. Die Musikstücke führen den eingeschlagenen Weg der vorherigen Episoden fort. Erneut verwendet man elektronische Klänge, die sofort Fernweh nach exotischen, weit entlegenen Orten wecken. Dazu kommen wieder einige eher pathetische Momente, die einer Space Opera wie "Fraktal" gut zu Gesicht stehen.


Diese Folge steht natürlich ganz im Zeichen des gefährlichen Verhältnisses zwischen Jublonsky und Kari, was natürlich zwangsläufig dazu führt, dass beide Figuren das Geschehen dominieren. Dabei ist es natürlich umso schöner, wenn die beiden Charaktere von Sprechern übernommen werden, die ihr Handwerk absolut verstehen und die verschiedenen emotionalen Nuancen ihrer Rollen gekonnt hervorarbeiten. Claudia Urbschat-Mingues und Johannes Steck haben dieses Aufgabe vollends erfüllt.


Dazu gesellen sich weitere tolle Stimmen wie Gordon Piedesack, Katharina von Daake, Martin Sabel und Michael-Che Koch, die den positiven Eindruck dieser Produktion abrunden. "Fraktal" ist eine der Hörspielserien auf dem Markt, die die meiste Freude bereiten, denn jede Folge ist wie eine Wundertüte und hält stets einige handfeste Überraschungen parat. Bitte weiter so!


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Gigaphon Entertainment




 


 
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