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Die Flüsse von London

Gibt es so etwas tatsächlich? Einen Roman mit einem hohen Anteil an Fantasy-Elementen, der trotzdem einen ironischen Blick auf das London unserer Tage wirft und zudem noch wirklich Humor beweist?

(C) Deutscher Taschenbuch Verlag / Die Flüsse von London / Zum Vergrößern auf das Bild klickenViele werden dies ohne lange zu zögern kategorisch verneinen. All denen sei gesagt: Es geht doch, denn "Die Flüsse von London" ist der Beweis! Schwarz auf weiß! An dieser Stelle muss auch die Übersetzung von Karlheinz Dürr erwähnt werden, dem es gelungen ist, den britischen Humor und die ironischen Seitenhiebe auf die moderne Gesellschaft in die deutsche Übersetzung hinüber gerettet zu haben. Gerade erst in den Rang eines Police Constable erhoben, sieht sich Peter Grant mit der Tatsache konfrontiert, die kommenden Jahre Dienst in einer der langweiligsten Abteilungen des  gesamten Polizeiapparates zu schieben.


Doch dann kommt alles ganz anders. Während einer seiner letzten Schichten im Außendienst wird Grant zur Absicherung eines Tatorts geschickt an dem sich ein besonders brutaler Mord ereignet hat. Ohne jede Vorwarnung meldet sich ein Zeuge bei dem jungen Polizisten, doch dieser ist bereits geraume Zeit tot und fristet ein Dasein als Geist. Urplötzlich stellt sich Grants Leben auf den Kopf und ehe er sich versieht, wird er zu einer geheimen Spezialabteilung versetzt, die sich der Aufklärung übersinnlicher Phänomene verschrieben hat.


Als ob dies nicht bereits mehr als genug wäre, muss Peter eine Ausbildung zum Zauberer ablegen und gleichzeitig mit seinem neuen Mentor die immer weiter ausufernde Mordwelle in den Griff bekommen, die unbescholtene Bürger in skrupellose Mörder zu verwandeln scheint. Ben Aaronowitch, der unter anderem einige Drehbücher für die englische Kultserie "Dr. Who" verfasst hat, gelingt etwas, was heute leider immer seltener geschieht. Er schafft es, einem Genre neue Impulse zu geben und neue eigene Facetten hinzuzufügen. Dies gilt insbesondere  um jenen Handlungskomplex, der sich mit Vater und Mutter Themse beschäftigt.


Unter das fantastische Grundthema des Buches mixt Aaronowitch immer wieder Seitenhiebe auf die heutige Londoner Gesellschaft, die sich aber auch problemlos auf die unsrige ummünzen lassen. So gibt es beispielsweise Anspielungen auf das Verhalten breiter Bevölkerungsschichten gegenüber ethnischen Minderheiten oder in Sachen Zivilcourage in öffentlichen Verkehrsmitteln. Dabei reibt man sich verwundert die Augen, denn das wirkt an keiner Stelle aufgesetzt oder wie ein Fremdkörper im Text.


Die Figuren sind gut ausgearbeitet und machen nie den Eindruck, bloß klischeebeladene Abziehbilder zu sein. Man erfährt zudem so einiges über die Gefühle, Sorgen und Ängste des Protagonisten, was Peter Grant zu einem sehr vielfältigen Charakter werden lässt. Immer wieder lässt Aaronowitch die eine oder andere Andeutung an der richtigen Stelle fallen, sodass dem Leser recht schnell dämmert, dass die Welt der Geister, Götter und Dämonen noch sehr vielschichtiger und gefährlicher ist, als es zunächst den Anschein hat. Genug seltsame Gestalten und Geheimnisse für zumindest eine Fortsetzung dieses empfehlenswerten Buchs.


Wir haben es hier mit einem jener Titel zu tun, die man nur sehr schwer aus der Hand legen kann, denn er verfügt über ein enormes Suchtpotential. Ein Roman mit einem Zauberer im Fokus des Geschehens, der so gar nichts mit dem Helden einer J. K. Rowlings zu schaffen hat und mit erfrischenden Ideen seine Leser zu begeistern weiß. Spritzige Abwechslung als Alternative zum fantastischen Einheitsbrei.



# # # Oliver Fleischer # # #



Publisher: DTV





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