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Die Winterprinzessin

Fast volle zwei Jahre sind verstrichen, seit Marco Göllner das erste Abenteuer der Gebrüder Grimm als Hörspiel vorgelegt und damit für einiges an Aufsehen gesorgt hat.


(C) Zaubermond Audio/Indigo / Die Winterprinzessin / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIhm war es gelungen, die beeindruckend dichte und unheimliche Atmosphäre, die den Roman von Kai Meyer  auszeichnet, eins zu eins ins Medium Hörspiel zu übertragen und gleichzeitig eine der besten Produktionen der vergangenen Jahre auf den Markt zu bringen. Die Messlatte war somit hoch gelegt und es schien mehr als schwierig, sich auf Augenhöhe mit "Die Geisterseher" zu bewegen, geschweige denn es noch zu übertreffen. Doch genau dies ist Marco Göllner mit "Die Winterprinzessin" gelungen. Erneut schafft er es mühelos, den Hörer von der ersten Minute an gefangen zu nehmen und in eine andere Zeit zu entführen, in der Mythen und Legenden noch lebendig zu sein scheinen.


Die Ereignisse, die in "Die Winterprinzessin" zum Tragen kommen, sind einige Jahre nach den Erlebnissen der Gebrüder Grimm in Weimar und Polen angesiedelt und nehmen ihren Lauf mit der Empfehlung Goethes, die vakante Stelle des Hauslehrers am Hofe des badischen Kurfürsten mit Wilhelm Grimm zu besetzen. Doch kaum im winterlichen Karlsruhe eingetroffen wird den Brüdern schnell klar, dass sich die Ausbildung des zukünftigen Landesfürsten äußerst schwierig und lebensgefährlich gestalten dürfte. Der frischgeborene Monarchenspross ist zum Spielball verschiedenster Interessengruppen geworden, von denen nicht eben wenige dem Kind nach dem Leben trachten. Im Zentrum dieses Ränkespiels steht die undurchsichtige indische Prinzessin Jade, deren wahre Interessen lange im Dunkeln bleiben. Als wäre es nicht schon schwierig genug, das Kind zu schützen, stoßen die Gebrüder Grimm auch auf weitere finstere Intrigen, bei denen auch einige alte Bekannte die Fäden ziehen.


Man glaubt bereits nach wenigen Minuten, in eine verschneite Winterlandschaft versetzt worden zu sein, vor der sich ein unheimliches und packendes Märchen für ein erwachsenes Publikum entspinnt, das mit historischen Fakten vermengt wurde. Um der Hörerschaft eine glaubhafte Kulisse zu präsentieren, die dieses Ambiente transportiert, bedarf es der richtigen Musikauswahl. Wie bereits bei "Die Geisterseher" legte man diese anspruchsvolle Aufgabe erneut in die Hände von cantarelos music production und hat damit alles richtig gemacht. Cantarelos gelingt es nicht nur, mit Musik die richtige Stimmung zu erzeugen, sondern auch den Hörern den Wechsel in ein anderes Jahrhundert zu ermöglichen.


Ein anderes wichtiges Instrument, um die Wirkung einer solchen Produktion nicht verpuffen zu lassen, ist der richtige und passende Einsatz von Effekten und Geräuschen, sowie die richtige Gestaltung des zu hörenden Raums. Wer die Produktionen von Marco Göllner und Zaubermond Audio kennt, weiß dass er sich in dieser Hinsicht keine Sorgen zu machen braucht. Wenn hier jemand durch einen verschneiten Wald reitet und sich mit einem Begleiter unterhält, dann klingt das auch so und nicht als ob man in einer Dose sitzt. Wichtig ist, dass trotz der Realität der Geräusche nie der märchenhafte Grundzug, der dieses Hörspiel zu etwas Besonderem macht, verloren geht.


Ohne die richtigen Sprecher, die in ihren Rollen aufzugehen wissen, kann eine solche Produktion nicht funktionieren und es bedarf einer gehörigen Portion Fingerspitzengefühl, um hier die richtige Besetzung für eine Rolle zu finden. Es ist gelungen, die bereits aus "Die Geisterseher" bekannten Figuren, insbesondere die Hauptrollen der Brüder Grimm mit den bereits bekannten Akteuren zu besetzen. Ein großer Bonuspunkt, denn so bekommt der Kenner beider Produktionen ein Gefühl von Kontinuität.


Bei einer Inszenierung, die sich über den beachtlichen Zeitraum von über fünf Stunden erstreckt, bleibt es nicht aus, das eine größere Zahl von Stimmen zum Einsatz gelangt und so die Gefahr von Fehlbesetzungen und unmotivierten Sprechern wächst, doch nicht bei "Die Winterprinzessin". Man erkennt sofort, dass sich hier die Regie Gedanken bei der Besetzung der Rollen gemacht hat, denn jeder Sprecher passt zu seinem Charakter und wirkt jederzeit glaubwürdig. An dieser Stelle soll Dina Kürten hervorgehoben werden, die die Rolle der indischen Prinzessin Jade verkörpert. Sie schafft es mühelos, diesen mysteriösen Charakter Gestalt zu verleihen und trägt einiges dazu bei, dass dieses Hörspiel über einen ganz besonderen Flair verfügt, der es von vielen anderen Titeln abhebt. Ganz eindeutig zählt "Die Winterpinzessin" zu den besten Hörspielproduktionen der vergangenen Jahre und es wäre erfreulich, weitere Titel von Kai Meyer von Zaubermond Audio vertont zu sehen. Ein unglaublich atmosphärisches Hörspiel für kalte Winterabende, aber auch laue Sommernächte auf dem Balkon.



# # # Oliver Fleischer # # #



Publisher: Zaubermond Audio/Indigo





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