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Book-Review: Die Wissenschaft bei Indiana Jones (Wiley-VCH)

Jetzt ist also Indiana Jones dran. Es ist auf dem Buchmarkt mittlerweile zu einer Mode geworden: Man nimmt Erscheinungen der Populärkultur (Filme, Fernsehserien, Comics, etc.) und untersucht sie auf ihren wissenschaftliche Hintergrund.

die_wissenschaft_bei_indiana_jones_cover (c) Wiley-VCH / Zum Vergrößern auf das Bild klickenBöswillig könnte man sich nun fragen, ob diesem Trend nicht manchmal ein übler bildungsbürgerlicher Odeur anhaftet: Wird in solchen Büchern Populärkultur nicht als etwas leicht Anrüchiges, Minderwertiges betrachtet, dass erst durch die Konfrontation mit empirischer Wissenschaft die höheren Weihen erhalten kann? Sprechen solche Werke Filmen, Fernsehserien, Comics etc. eventuell Wert und Relevanz grundsätzlich ab, beziehungsweise sehen sie deren Bedeutung einzig in ihrer Funktion als Beispielfundus respektive Stichwortgeber für die hehre Forschung?

Nüchtern geantwortet: Dem kann, muss aber nicht so sein. Dass die Verquickung von Wissenschaft und massenkulturellen Phänomenen durchaus ganz hervorragende, inspirierte und inspirierende Ergebnisse liefern kann, beweisen unter anderem die Bücher „Schule ist was für Versager“ (Paul Halpern) oder James Kakalios` „Physik der Superhelden“ (Rezensionen beider Bücher finden sich übrigens auf dem SLAM multimedia channel).

Die Autorin Lois H. Gresh und ihr Partner Robert Weinberg sind Routiniers darin, Populärkultur und Wissenschaft zusammenzuspannen, das beweist ein kurzer Blick auf ihre bisherigen Publikationen: „The Science of Superheroes“, „The Science of Supervillains“, „The Science of James Bond“, „The Science of Stephen King“. Ihr jüngster Streich liegt nun auf Deutsch vor: „Die Wissenschaft bei Indiana Jones“.

Zur Machart des Buches: In nüchterner Sprache wird die Handlung der vier Indiana-Jones-Filme (und der Serie „Die Abenteuer des jungen Indiana Jones“) nacherzählt, an neuralgischen Punkten unterbrochen, um alsdann die Wissenschaft zu Wort kommen zu lassen: In der Handlung Auftauchendes wird so manchmal als durchaus realistisch verifiziert, manchmal als Mythos beziehungsweise reine Erfindung der Macher entzaubert.

Der Text ist in angenehmem Plauderton gehalten, leider gibt es keine Fotos, Filmstills, Abbildungen, Tabellen oder ähnliches, die geholfen hätten, wissenschaftliche Hintergründe präziser zu illustrieren oder den Text einfach etwas aufzulockern. Ein kleines Manko: Intertextuelle Feinheiten, Anspielungen und Querverweise in den Filmen (wie zum Beispiel auf die „Star Wars“-Trilogie) lassen die Autoren meist einfach unter den Tisch fallen.

Beim Kapitel, das sich mit dem letzten Teil der Film-Quadrilogie beschäftigt, ist merkbar, dass den beiden Autoren wohl die Zeit etwas zu knapp geworden ist, und so widmen sie nur knappe zehn Seiten dem Film „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“.

Der Anmerkungsapparat ist leider etwas dünn ausgefallen, er umfasst nur fünfeinhalb Seiten bei 300 Seiten Text. Es fällt auch auf, dass das Autorenduo bevorzugt auf das Internet als Quellenressource zurückgegriffen hat; etwas mehr Forschergeist hätte man sich durchaus erwarten können.

Trotzdem: Ein alles in allem flüssig zu lesender Reader zu einem spannenden Thema, der bestimmt seine Fans finden wird.

 

 

# # # Manuel G. Mattweber # # #

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