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Comic-Review: Hellboy 1 (Cross Cult)

"Hellboy ist die Eintrittskarte zu einer Ecke des Comicheft-Himmels, die man nie wieder verlassen möchte", sagt Alan Moore über die Vorlage zu den bisher zwei Kinoabenteuern unseres liebsten rothäutigen Detektivs im Einsatz gegen das Paranormale. Und der Mann muss es ja schließlich wissen.

hellboy_1 (c) Cross Cult / Zum Vergrößern auf das Bild klickenObiges Zitat findet sich auf dem Backcover dieses ersten Bandes der "Hellboy"-Reihe aus dem Hause Cross Cult. Ein Adelsprädikat direkt vom Meister der Graphic Novel himself, was will man als Comic-Schöpfer eigentlich mehr? Wie wär’s mit begeisterten Lesern und zwei kurzweiligen Leinwandausflügen ("Hellboy" von 2004 und "Hellboy 2 – Die goldene Armee" mit dem großartigen Ron Pearlman in der Titelrolle)? Darf’s noch etwas mehr sein?


Wer den ersten Film um unseren roten Klotz gesehen hat, geht mit einer gewissen Erwartungshaltung an den Debütband der Hellboy-Reihe. Es ist zu empfehlen diese gleich mal hintanzustellen, da die darin enthaltene erste Miniserie "Saat der Zerstörung" auf wesentlich weniger gedrängtem Raum erzählen und sich entfalten kann. Es beginnt jedenfalls um Weihnachten 1944 auf einer vor England gelegenen Insel mit einem okkulten Experiment, das von Nazi-Wissenschaftlern in der Hoffnung auf eine Wendung des Kriegsglücks stattfindet. Mit von der Partie ist ein geheimnisvoller Fremder, der in wenig blumigen Worten eine uralte, böse Macht heraufbeschwört. Das Resultat ist Hellboy, der allerdings entgegen aller Planung in die Hände der Alliierten gerät und nach dem Krieg in der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen (B.U.A.P.) seinen Dienst versieht, der im Großen und Ganzen aus dem Verkloppen bösartiger Monster besteht.


Als sein Ziehvater und Mentor Professor Trevor Bruttenholm ermordet wird, geraten Hellboy und seine Kollegen – der amphibe Abe Sapien und die leicht entflammbare Liz Sherman – an die Familie Cavendish. Deren Mitglieder hatten sich an der letzten Expedition des Professors beteiligt und sind nun verschollen. Das Anwesen der Cavendishs beherbergt, wie sich bald herausstellt, noch weitaus unheimlichere Bewohner: Froschartige Monster, die unsere Freunde natürlich gebührend empfangen. Hellboy schließlich wird vom Oberbösewicht Rasputin – geschichtlich Versierten auch als unheilvoller Einflüsterer der russischen Zarenfamilie bekannt – denn auch mit dem (haha!) roten Teppich begrüßt, da dieser der eingangs erwähnte geheimnisvolle Fremde ist und gemeinsam mit seiner Schöpfung das Werk vollenden will, um den dämonischen Ogdru-Jahad den Übergang in diese Welt ermöglichen…


"Hellboy" startet als furioser Mix aus klassischem Horror von Lovecraft’schen Ausmaßen (die Ogdru-Jahad erinnern an die Alte Rasse aus dem Cthulu-Mythos), einer gehörigen Prise Mystery vom Schlag eines Edgar Allan Poe (das langsam versinkende Cavendish-Anwesen ist ein modernes Gegenstück zum Untergang des Hauses Usher) und allerlei Monstern, die direkt aus Jack Kirbys Feder entsprungen sein könnten. Mike Mignola verbindet diese Elemente gekonnt mit einer Hauptfigur, die als "hard boiled"-Detektiv daherkommt, sich zumeist auf seine Fäuste verlässt und sich mitten in einer an alte Pulp-Heftchen erinnernden Handlung mit bewusst stereotyp gehaltenen Nazis als Bösewichte wiederfindet. Auch Freunde feiner Ironie kommen auf ihre Kosten: Dass ein gutes Monster auf die Jagd nach bösen Monstern geht, ist vielleicht der größte Spaß an der ganzen Sache. Ein toller Debütband von Mr. Mignola also, denn uns die Jungs von Cross Cult mit zwei zusätzlichen, schrägen Kurzgeschichten, einem informativen redaktionellen Teil und einer Bildergalerie von Hellboy-Interpretationen amerikanischer und deutscher Zeichner noch versüßen.

 

# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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