2008: Ein Atomkrieg legt Moskau in Schutt und Asche, beendet das Dasein der meisten und verändert das Leben der Überlebenden für immer. In Folge der nuklearen Verstrahlung sehen sich die etwa 40.000 Verbleibenden der einstigen Millionenmetropole gezwungen in die engen Schächte der U-Bahn zu flüchten.
2033: Dunkelheit und die ständige Angst vor Mutanten, Ungeziefer und der lebensfeindlichen Oberfläche prägen das Leben unter Tag. Ein Über-Leben, das mit den Annehmlichkeiten der Zivilisation nur noch wenig gemein hat. Elektrizität und fließendes Wasser gibt es nur noch in der Erinnerung der Flüchtlinge. Lediglich die Architektur der U-Bahnschächte sowie Berichte von den wagemutigen "Stalkern", welche sich an die Oberfläche wagen um brauchbare Gegenstände zu sammeln, erinnern an die Zeit vor dem nuklearen Holocaust.
Artjom ist mit seinen 19 Jahren in der Dunkelheit der Metro aufgewachsen und lebt mit seinem Ziehvater und einigen anderen Familien zusammen. Tageslicht ist ihm fremd. Genauso fremd und bedrohlich sind die "Schwarzen" – an der Oberfläche verbliebene Mutanten, die nun danach trachten, in die Metro einzudringen. Dabei bildet Artjoms Heimatstation die letzte Bastion gegen die Eindringlinge. Artjom wird von "Hunter", einem alten Freund von Artjoms Stiefvater, beauftragt, eine Nachricht zur Polis, der unterirdischen Hauptstadt der Metro-"Zivilisation", zu überbringen. Angesichts einiger beachtlicher Hürden scheint dieses Unterfangen von vorneweg zum Scheitern verurteilt. Der wagemutige und mit einer gesunden Portion Sturheit gesegnete Protagonist schlägt sich jedoch tapfer und überbringt die Botschaft. Wider Erwarten wird die Nachricht jedoch nicht ernst genommen, viel zu beschäftigt sind die machthabenden Würdenträger mit internen Intrigen und Ränkespielen. Artjom beschließt das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen und gemeinsam mit Weggefährten den drohenden Invasoren die Stirn zu bieten.
"Metro 2033" überzeugt durch die Dichte des Spannungsbogens und die glaubwürdig zum Leben erweckte, postapokalyptische Welt der Moskauer Metro-Flüchtlinge. Die russischen Linien- und Stationen-Namen der Moskauer U-Bahn wirken anfangs etwas verwirrend, jedoch untermauern diese Details das bedrückende Endzeit-Ambiente glaubwürdig. Auch der Übersichtspläne des Metro-Netzes, welcher im Innenteil des Buchdeckels verarbeitet ist, gefällt und hilft den geneigten Lesern dabei sich in die von Dunkelheit und Angst geprägte Welt anno 2033 hineinzufühlen.
Der erzählerische Dichte beeindruckt im Großen und Ganzen, auch wenn das Stilelelement der "deus ex machina" – offenbar ein Liebkind des Autors – nicht jedermanns Sache sein wird: Zum Teil wirken die Auswege aus Miseren etwas unlogisch und weit hergeholt. Und bei einigen heiklen Situationen, in die sich der wackere Held verstrickt sieht, entsteht das Gefühl, als ob es sich der Autor sehr leicht gemacht hat. Spannungsmomente werden auffällig abrupt abgebrochen und so wird der Leser enttäuscht, da erzählerisches Potential offensichtlich (und scheinbar bewusst) verschenkt wird. Der phänomenale Schluss und viele tolle Überraschungsmomente entschädigen dafür aber reichlich.
Fazit: "Metro 2033" ist flüssig zu lesen, ganz und gar nicht einschläfernd. Obwohl einige Wendungen gekünstelt wirken, gelingt es dem Autor ein erschreckend lebensnahes, postapokalyptisches Sci-Fi-Szenario zu erschaffen und den Leser durch eine spannende Geschichte zu führen.
# # # Karl Stingeder # # #





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