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Book-Review: Lexikon des internationalen Films 2008 (Schüren)

Wer einen kompetenten Überblick über die Unmengen an Filmen benötigt, die alljährlich auf der Kinoleinwand, im Fernsehen und auf DVD/Blu-ray erscheinen, kommt an diesem unverzichtbaren Lexikon nicht vorbei. Nun liegt die Ausgabe für 2008 vor.

lex 08 (c) Schüren / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAlljährlich bringen die Zeitschrift "film-dienst" und die Katholische Filmkommission für Deutschland das Lexikon des internationalen Films heraus. Wie immer lohnt sich die Anschaffung des mehr als 600 Seiten starken Kompendiums, der neben der üblichen alphabetischen Auflistung der Filme von 2008 mit interessantem Zusatzinhalten aufwarten kann.


Den Auftakt macht eine kurze Chronik, die sich dem abgelaufenen Jahr mittels einer chronologischen Monatsübersicht nähert und herausragende Ereignisse im und rund um den Film noch einmal zusammenfasst. Themen, die dabei dauerhafte Präsenz und Aufmerksamkeit erhalten, sind vor allem die Suche der Filmbranche nach neuen Absatzmärkten einerseits und die bevorstehende und mit hohen Kosten verbundene Digitalisierung der heimischen Lichtspielstätten. Ein Konflikt schließlich wurde bereits zu Beginn des Jahres 2008 gelöst, nämlich der um den Nachfolger der DVD – and the winner is: BluRay, nachdem dessen Konkurrenzformat HD-DVD die Unterstützung von Filmstudios und Handel weggebrochen war. Wie ein Blick auf die Preisschilder aktueller Veröffentlichungen zeigt, bleibt BluRay aber auch 2009 noch ein vergleichsweise teurer Spaß.


Filmisch gesehen war 2008 das "Jahr des Jokers", geprägt von der faszinierenden Darstellung des posthum mit einem Oscar geehrten Heath Ledger in "The Dark Knight". Auch sonst liefen einige sehenswerte Filme über die Leinwand: Im Februar zeigte "There Will Be Blood" den Preis, den ein Ölmagnat für seinen Aufstieg zahlen muss, die Coen Brothers präsentierten sich mit "No Country For Old Men“"auf der Höhe ihrer Kunst. Musikfans wurden neben Todd Haynes’ Bob Dylan-Biographie auch von Martin Scorseses Konzertfilm über die Rolling beglückt, der im Frühling anlief. Im Juni macht eeine sensationelle Meldung über die Auffindung bisher verschollener Szenen aus Fritz Langs Stummfilm-Klassiker "Metropolis" die Runde, womit man sich der ursprünglichen Fassung wieder ein Stückchen weiter annähern dürfte.


Im September startete passenderweise mit der Verfilmung von Stefan Austs gleichnamigen Buch "Der Baader Meinhof Komplex" der Versuch, mit dem "Deutschen Herbst" 1977 eines der dunkelsten Kapitel bundesdeutscher Nachkriegsgeschichte aufzurollen, wobei die Konzentration auf exzessive Gewaltdarstellung und möglichst authentische Actionszenen die psychologische Analyse der RAF in den Hintergrund geraten lassen. Das Jahr klang mit einer angeregten Debatte über die Qualität des Phänomens Weblog aus, dessen Popularität auch vor dem Filmjournalismus nicht halt macht und zusehends die Vertreter der professionellen Kritik aus der Reserve lockt – das alles in Zeiten einer allgemeinen Krise des Pressewesens. Mehr dazu findet sich im Brevier des des Verbands der deutschen Filmkritik, dem schließlich das eigentliche Filmlexikon folgt.


Ganze 25 Seiten werden am Ende den verschiedenen internationalen Festivals und ihren Preisträgern gewidmet, wobei dankenswerterweise neben medial stark präsenten Institutionen wie den Filmfestspielen in Berlin, Cannes und Venedig auch weniger bekannte Veranstaltungen vertreten sind. Abgerundet wird das gelungene Nachschlagewerk mit Kontaktadressen der Branche, Archiven und Museen sowie einer Liste von Originaltiteln und Regisseuren der erfassten Filme.

# # # Andreas Grabenschweiger # # #






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