Edgar Allan Poe ist eine der düstersten Persönlichkeiten der Weltliteratur und auch ein Paradebeispiel des Dichters, der an dem grauenhaften Schicksal der Drogensucht und der Armut schlussendlich zugrunde gegangen ist.
Texte, wie "Der Rabe", welchen der amerikanische Dichter damals um 13 Dollar an eine Zeitschrift verkaufte, und der in diesen Tagen als eines der Weltgedichte überhaupt gilt, "Das verräterische Herz" und "Berenice" kennt man noch heute. Der Dichter, Kritiker und Herausgeber selbst erlebte dies nicht mehr in dem ihm zustehenden Maße, denn er gilt heute unter anderem als Wegbegleiter der modernen Kriminalliteratur und wichtiges Glied in der Entwicklung des Science-Fiction-Genres. Opium, Alkohol und Tabletten, ließen ihn sicherlich unter den gegebenen Umständen zu großartigen Visionen kommen, sind aber auch ein exorbitanter Grund seines Zugrundegehens. Die Sucht ließ Poe nicht mehr los, genauso verhielt es sich mit den Genres, denen er sich in seinen Texten bedient hatte: Dem Schauerlichen, dem Horror, dem Phantastischen, dem Skurrilen und Grausamen. Seine Art der Darstellung ist stilistisch der Weg einer abwärtsführende Spirale, die letztendlich in die Höllen der eigenen Seele führt.
Das vorliegende Buch besteht aus zehn Texten, die unabhängig voneinander existieren. Lediglich eine Einteilung in drei Teile wurde vorgenommen, die jedoch nicht nötig wäre. Wenn man dem Buch glaubt, so alterniert es sich in der Schrecklichkeit der Geschichten, während „Der Rabe“ zu Beginn einen passenden Einstieg bildet.
In diesem Werk paart sich eigenartige Düsternis mit einer gewissen Komik, ausgelöst durch den Tod, metaphorisch dargestellt durch die Comicfigur "Deadgar". Diese Figur orientiert sich offensichtlich an den traditionellen "Horror-Hosts" bekannter Serien wie etwa "Tales of the Crypt" und führt den Leser durch den Band. Aufgrund ihrer übertriebenen und beinahe schon kitschigen Machart wirkt sie jedoch etwas deplatziert. Die Macher dieses Bandes schaffen es trotz dieser Ecken und Kanten vor allem durch besonders gute Durchdachtheit ihrer Interpretation der vorgestellten Werke Poes, dass man meinen möchte, dieser hätte die vorliegenden Texte nicht unbedingt vor über 150 Jahren geschrieben. Der Transport der alten Vorlage in die Gegenwart gelingt durch die Darstellungsweise als auch durch die zeitgerechte Interpretation, welche die Zeitlosigkeit von Poes Texten unterstreicht. Diese tritt vor allem bei den Gedichten "Eulalie", "Israfel" und "Die glücklichste Stunde" zutage.
Über den anfangs teilweise etwas kitschig anmutenden Zeichenstil des – bereits auf Seite 4, zusammen mit Rich Margopoulos, als langjährigen Meister des Genres angepriesenen – Richard Corben, kann man getrost hinwegsehen, da man diesen durch die Beschäftigung mit der Lektüre nicht mehr im gleichen Ausmaß wahrnimmt und forciert wie zu Beginn.
Ein durchwegs positiver und ansonsten wünschenswerter Aspekt liegt in der Tatsache begründet, dass die jeweilige Originalvorlage des Textes als Bonus angeführt ist. Dies ist zugleich eine wunderbare Übermittlungstechnik, um dem Leser den Originaltext aus dem 19. Jahrhundert nahezubringen und somit das Verständnis und Interesse zu vertiefen. Selbstverständlich wurde die allseits anerkannte Übersetzung von Hans Wollschläger und dem grandiosen Schriftsteller und Übersetzer Arno Schmidt herangezogen.
Alles in allem ist die vorliegende Hommage an den großartigen Edgar Allan Poe ein gelungenes Stück Arbeit, dessen Sprachgewalt durch ein, in diesem Fall, "neues" Medium unkonventionell und in oftmals überraschender Art transportiert wurde. Eine Vorgehensweise, von der man sich in Bezug auf Klassiker eine Fortsetzung wünschen kann. Dieser Umstand spricht für das Buch, da genau dieses Indiz nur eines aussagt: "Gebt mir mehr davon – macht weiter und Respekt vor euch, dass ihr die alten großen Dichter nicht vergessen habt!"





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