Bereits im Sommer 1934 konnten amerikanische Kinogänger im Zeichentrickfilm "The Wise Little Hen" den ersten (kurzen) Leinwandauftritt des notorischen Pechvogels Donald Duck bewundern, der aufgrund seiner Beliebtheit schnell seine eigene Reihe bekam. Neben seinen Abenteuern auf Zelluloid sorgte Donald schon ab 1936 für Erheiterung mit täglichen Zeitungsstrips und Comic-Heften.
Wie viele andere Trickfilmcharaktere auch diente Donald den Vereinigten Staaten dann zwischen 1939 und 1945 an der Propagandafront, wo er es mit "Der Fuehrer’s Face" 1943 sogar zu Oscar-Ehren brachte: Als einfacher Munitionsarbeiter in einer deutschen Munitionsfabrik eingesetzt, verzweifelt er zusehends an brutaler Indoktrination mit nationalsozialistischem Gedankengut und anstrengender Arbeit – um sich schließlich aus einem bösen Albtraum erwacht zuhause im Bett wiederzufinden und froh zu über seine US-Staatsbürgerschaft zu sein.
Abseits solcher Ausflüge in ernstere Gefilde ist Donald als sympathischer Loser auch nach sieben Jahrzehnten einer der beliebtesten Zeichentrickcharaktere aus der Ideenschmiede von Walt Disney geblieben und längst Teil des popkulturellen Kanons geworden – man denke hier nur an die Begeisterung von Gottfried Helnwein für sein schnatterndes Studienobjekt.
Passend zum Jubiläum ist in der Ehapa Comic Collection mit "75 Jahre Donald Duck Superstar" ein Band herausgekommen, der Geschichten mehrerer herausragender Künstler vereint. Den Auftakt machen "Die fabelhaften Hasenpfote" des unvergesslichen Carl Barks, der Donald und den Einwohnern von Entenhausen wie kein anderer seinen Stempel aufgedrückt hat, und Jack Bradburys "Wer nicht wirbt, der stirbt" – beide übersetzt von der genialen Erika Fuchs, deren meisterliche Übersetzung das Bild der deutschsprachigen Disney-Comics über Jahrzehnte geprägt hat. Als letzter der großen Klassiker vertreten ist der von den frühen Zeitungsstrips bekannte Al Taliaferro mit seiner Story über Donalds nicht ganz so "grünen Daumen".
William van Horn und der für sein Magnum opus "Onkel Dagobert: Sein Leben, seine Miliarden" geschätzte Don Rosa runden als jüngere Vertreter die Riege der US-amerikanischen Künstler im vorliegenden Band ab. Dass ein Großteil der heutzutage gezeichneten Disney-Comics aus Lateinamerika und Europa stammt, spiegelt sich deutlich in der Auswahl der restlichen Geschichten von Künstlern aus Argentinien, Chile, Italien, Finnland und den Niederlanden wider.
"75 Jahre Donald Duck Superstar" stellt eine Auswahl kurzweiliger Abenteuer unseres Lieblingserpels dar, die trotz der teils Jahrzehnte auseinanderliegenden Zeitpunkte der Veröffentlichung die Zeitlosigkeit der Figur gelungen untermauern. Abseits künstlerischer Aspekts bilden die Geschichten denn auch die Möglichkeit, sie aus unterschiedlichsten Perspektiven wissenschaftlichen Analysen zu unterziehen: So ließen sich die unzähligen verschiedenen Jobs, denen Donald nachgeht, aus heutiger Sicht als Widerhall der ach so gerühmten Flexibilität in der Arbeitswelt deuten – natürlich nur ein möglicher Ansatz von vielen. Fans und Liebhaber können ungeachtet solcher theoretischer Gedankenspiele getrost zugreifen – wenn auch das Fehlen bibliographischer Detailinfos zu den einzelnen Storys gerade in diesem Rahmen schmerzt.
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