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Book-Review: Physik der Superhelden (Rowohlt)

Einstein in Gotham City, Newton in Metropolis, Schrödinger in Smalville. Superman, die X-Men, Spider-Man: Sie trotzen sämtlichen Naturgesetzen. Aber tun sie das wirklich?

physik_der_superhelden_cover (c) Rowohlt / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIn seinem originellen Buch knöpft sich der US-amerikanische Universitätsprofessor James Kakalios Comic-Superhelden vor und unterwirft sie und ihre Superfähigkeiten einem Realitätscheck: Sind die Spinnfäden von Spider-Man wirklich reißfest genug, um ihn vor Abstürzen zu bewahren? Kann X-Man Angel tatsächlich nur kraft seiner Engelsschwingen fliegen? Wie groß ist eigentlich die Gravitationskraft auf dem Planeten Krypton und warum ist er letztlich explodiert? Wie viele Kalorien muss Flash (Comicfans älteren Semesters noch als der Rote Blitz, Blitzmann oder Zack geläufig) täglich zu sich nehmen, um seine gigantische Schnelligkeit zu erreichen? Und was ist das Geheimnis von Hulks Hose? Kurzum: Sind die Fähigkeiten der Comic-Helden wirklich das, was sie zu sein scheinen, nämlich übernatürlich, oder gehorchen sie doch den Gesetzen der Physik?

Physik – wohl vielen stellen sich jetzt sämtliche Nackenhaare auf und längst verdrängt geglaubte Erinnerungen an die eigene Schulzeit tauchen alptraumartig auf: Uninteressanter Lehrstoff, trockenes Theoriewerk, spröde Formeln – um mit Homer Simpson zu sprechen: LAAANGWEILIG!!!

Das dem nicht so sein muss, beweist Kakalios in seinem Buch „Physik der Superhelden“, das die Verschriftlichung seiner Vorlesung „Alles, was ich über Naturwissenschaften weiß, habe ich aus Comics“ an der Universität Minnesota ist. Kakalios ist nämlich nicht nur eine Koryphäe auf dem Gebiet der Physik, sondern auch Fan und profunder Kenner der Superhelden aus dem Silbernen Zeitalter der Comics. Diese beiden Interessensgebiete vereinend gibt Kakalios in seinem Buch Physikunterricht der etwas anderen Art.

Er nimmt ausgewählte Strips zum Anlass und Exempel, zentrale Phänomene der Physik in aufeinander aufbauenden Kapiteln anschaulich zu erklären. Dabei streift er unzählige Fachgebiete der Physik, seien es nun Mechanik, Energie, Atomphysik oder die Quantentheorie. Kakalios erläutert physikalische Erscheinungen in klaren, einfachen Worten, und beiläufig erfährt man noch viele interessante Details über die Geschichte von Superhelden-Comics.
Und das alles so nebenbei, in einem angenehm ironischen, amüsanten Tonfall, der aber nie ins Flapsige abgleitet oder unpräzise wird. Kakalios Esprit und Begeisterung (und zwar sowohl für Physik als auch für Comics) sind in jeder Zeile spürbar und machen die Lektüre zu einem mitreißenden und kurzweiligen Vergnügen.

Kakalios beschließt sein Buch mit weiterführenden Literaturempfehlungen, einerseits zu Fragen der Physik, aber auch zur Geschichte der (Superhelden-) Comics.
Und wenn man das anregende Buch dann durchhat und beiseite legt, merkt man erstens, dass die eigenen Physikkenntnisse unerwartet aufgefrischt und gewachsen sind, und zweitens überkommt einen en passant große Lust, wieder einmal die alten Hefte hervorzukramen und in ihnen zu schmökern.
Und vor dem Hintergrund von Kakalios’ Buch eröffnen sich auch neue Perspektiven auf die Abenteuer der Superhelden; aber keine Angst: Kakalios‘ physikalische Analysen nehmen den Storys bzw. den Superhelden nichts von ihrem Reiz, sondern fügen der Lektüre eine neue, vergnügliche Perspektive hinzu.

Ein dickes Lob auch den deutschen Herausgebern für die feine, adäquate Übersetzung und den sachkundigen Anhang. Neben den Übertragungen sämtlicher im Buch verwendeter Panels ins Deutsche und einem Register sticht der Anmerkungsapparat besonders hervor: Für jedes im Buch zitierte Comic wurde die deutschsprachige Ausgabe recherchiert.


###Manuel G. Mattweber###
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