Es ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Männerfreundschaft im Wilden Westen. Da ist zuerst einmal der Titelheld, der legendäre "stonewashed Westerner", den man einfach "Hombre" nennt. Aber Hombre hatte einmal einen bürgerlichen Namen und ein ebensolches Leben, doch das ist lange her. Des Mordes und Bankraubs verdächtigt musste er in den rauen Westen fliehen und sich – ständig gehetzt von Kopfgeldjägern – schnell zum erfahrenen Westman entwicklen. Der Zweite im Bunde ist Hombres unnachgiebigster Verfolger, der Pinkerton-Detektiv Ronegall Dawson: Ein ehemaliger Yankee-Major, korrekt, penibel, gewissenhaft, unbestechlich, und unnachgiebig, wenn er einen Auftrag zu erfüllen hat. Und sein Auftrag ist, Hombre zu fassen.
Die beiden Kontrahenten kommen sich allerdings im Verlaufe der Verfolgung näher, und obwohl sie auf gegenüberliegenden Seiten des Gesetzes stehen, ist das Verhältnis zwischen Jäger und Gejagten bald von gegenseitigem Respekt und Sympathie getragen. Denn anstatt Hombre festzusetzen muss sich Dawson immer wieder mit dem Gejagten verbünden, um gemeinsam gegen Gangsterbanden, feindliche Indianerstämme und andere finstere Gestalten vorzugehen. Dawson glaubt alsbald nicht mehr so felsenfest an Hombres Schuld, aber Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps, und so kann und will er die Verfolgung nicht abbrechen.
Peter Wiechmanns Geschichte ist ganz klar ein Produkt ihrer Zeit und stark vom Italo-Western beeinflusst: Das beginnt schon beim Helden, der keinen Namen hat (und wem fällt hier nicht "Django" ein?). Auch die Geschichte von der paradox anmutenden Freundschaft zwischen Kopfgeldjäger und Verfolgtem, generell die unklare Grenze zwischen Gut und Böse, das alles hat seine Vorbilder bei den Großen des Spaghetti-Western. Wiechmanns actiongeladene Story spart auch nicht mit der Darstellung von Gewalt, die Dialoge sind knapp und lakonisch – gleiten aber manchmal ins Flapsige ab.
Die Bilder von Rafael Méndez passen stilistisch perfekt zu Wiechmanns Geschichte und deren Grundton, auch er orientiert sich optisch am Italo-Western: Detaillierte Hintergründe und zerfurchte Gesichter. Die rauen, detailgetreuen und hyperrealistischen Schwarz-Weiß-Zeichnungen spielen mit Licht und Schatten. Méndez’ dynamischer Zeichenstil passt sich der actiongeladenen Geschichte hervorragend an.
Großartig (wie immer bei Cross Cult) das Bonusmaterial: Kurze Zwischenkapitel über den Wilden Westen, die mit Zeichnungen und interessanten Originalfotos bebildert sind, unterbrechen die einzelnen Abenteuer von Hombre, ohne den Fluss der Erzählung zu stören. Und Peter Wiechmanns amüsante Erinnerungen "Der weite Weg des Autors nach Westen", in denen er Stationen seines (Berufs)Lebens unter dem Aspekt seiner Faszination für den Wilden Westen betrachtet, bieten einen schönen Einblick in die Welt des Künstlers.
Nach der Herausgabe von "Thomas der Trommler" (ebenfalls von Wiechmann) hat Cross Cult mit "Hombre" erneut ein Stück deutscher Comic-Geschichte dem Vergessen entrissen. Man darf auf den zweiten Teil, der die Saga vom Westerner dann beschließt, gespannt sein.





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