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17. Juni – Die Geschichte von Armin & Eva

Eine einfache und doch komplizierte Geschichte aus der Zeit des Arbeiteraufstands in der DDR.

(C) Metrolit Verlag / 17. Juni - Die Geschichte von Armin & Eva / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie Geschichte beginnt in Westberlin, kurz nach dem Fall der Mauer. Eva Katz bekommt Besuch vom greisen Russen Antjom, der endlich ein Versprechen einlösen kann: Er übergibt Eva ein Päckchen von ihrem ehemaligen Verlobten Armin Mahlke, von dem sie glaubte, dass er seit 1953 tot sei. In einer langen Rückblende wird dann die Geschichte von Eva und Armin aufgerollt: Armin, der in Ostberlin lebt, ist seit dem Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 spurlos verschwunden.


Seine Westberliner Verlobte Eva setzt ihren Cousin Eddie, einen Journalisten, auf den Fall an. Der stößt in Ostberlin vorerst auf eine Mauer des Schweigens, die nur langsam abzubröckeln beginnt. Was er in Erfahrung bringt, ist schrecklich: Armin war eigentlich nur am Rande in die Aufstände verwickelt, doch durch Intrigen wird er schließlich vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Eddie weiß aber nicht, dass Armins Todesstrafe in Gulag-Haft umgewandelt wurde, in der Armin schließlich verstarb.


Den Autoren Alexander Lahl, Max Möch und Tim Köhler gelingt es, ein sonst eher vergessenes Kapitel der deutschen Historie wieder ins Gedächtnis zu rufen und mitreißend zu erzählen. Die Idee mit der langen Rückblende und die Krimi-Dramaturgie (Eddies Nachforschungen in Westberlin, die "Verhöre" seiner Informanten) sorgen für Spannung und bewahren den Band davor, eine trockene Vorlesung in deutscher Geschichte zu werden – trotzdem fließen viele erhellende Fakten in die Erzählung ein.


Die Verquickung von Politischem und Privatem (die Liebesgeschichte von Eva und Armin) ist gelungen und ruft Empathie hervor. Mit Fortschreiten der Geschichte tritt allerdings das Politische immer mehr in den Vordergrund, die handelnden Personen (vor allem Armin) verlieren an charakterlichem Profil. Das passt aber durchaus zur Handlung, denn Armin sieht sich immer mehr ohnmächtig einer Staatsmacht ausgeliefert, in der das Individuum nichts mehr zählt und gebrochen wird.


Kitty Kahanes Zeichnungen schaffen eine Atmosphäre der Unmittelbarkeit und Dringlichkeit, ihr unprätentiöser Zeichenstil passt zur stringent erzählten Geschichte, für die allerdings die Kategorie "Graphic Novel" vielleicht etwas zu hochgegriffen ist. Trotzdem eine klare Leseempfehlung.



# # # Gustav Ganz # # #



Publisher: Metrolit Verlag





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