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Gruselkabinett 63

Besteht noch Hoffnung für die kleine Gesellschaft, die sich im Schloss von Dom Vincente zusammengefunden hat? Denn am nächtlichen Himmel steht der Vollmond und im Dschungel wartet der Leopardenmensch auf sein nächstes Opfer.

(C) Titania Medien/Lübbe Audio / Gruselkabinett 63 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSind wirklich schon alle Geschichten über Werwölfe und Wolfsmenschen erzählt oder gibt es sie noch, die originellen, unverbrauchten Stoffe? Wenn man die Flut der Neuveröffentlichungen, egal welchen Mediums, betrachtet, könnte man schnell zur Auffassung gelangen, dass dieser Thematik keine neuen Aspekte mehr abgerungen werden. Den Gegenbeweis tritt die bereits dritte vertonte Erzählung des amerikanischen Schriftstellers Robert E. Howard an. Zwar erfindet er das Rad nicht komplett neu, jedoch gelingt es ihm, dem Mythos Werwolf neue, noch unbekannte Elemente hinzuzufügen.


Der Protagonist von "Besessen", Pierre, erhält die Einladung eines alten Freunds auf dessen Schloss an der Westküste Afrikas. Hier hat sich der geschäftstüchtige Kaufmann Dom Vincente da Lusto sein eigenes Reich geschaffen, in dem er residiert wie ein König. Vor Ort eingetroffen, erfährt Pierre von seinem Gastgeber, dass noch weitere Gäste erwartet werden, um ein großes Fest zu begehen. Doch kaum sind alle Gäste da Lustos eingetroffen, hält auch das Grauen Einzug in die Mauern der Festung.


Zuerst ist es einer der Landarbeiter des Kaufmanns, der zerfleischt im Dschungel gefunden, dann einer der Gäste, der verstümmelt entdeckt wird. Schnell wird klar: Niemand ist mehr seines Lebens sicher, solange der Vollmond am Himmel steht. Ist wirklich der Leopardenmensch aus den Tiefen des Urwalds gekommen, um unter den Freunden da Lustos seine Opfer zu suchen?


Dass Robert E. Howard zu Lebzeiten viele Abenteuergeschichten verfasste, merkt man auch diesem Hörspiel deutlich an. Er vermengt altbekannte Versatzstücke der Wolfsmenschengeschichte mit klassischen Elementen der Abenteuererzählung. Dies beginnt schon mit dem exotischen Setting der Handlung. Kein Schloss im Mutterland der Horror- und Gruselgeschichten, England, oder ein Ort auf dem Balkan sind die Kulisse der Handlung, sondern ein Schloss in den schwül heißen Urwäldern des afrikanischen Kontinents.


Zusätzlich zur Suche nach der wahren Identität des Werwolfs lässt Howard noch einen Nebenschauplatz in seine Geschichte einfließen, der viele Zutaten eines Abenteuerromans beinhaltet. Dazu kommt noch eine originelle Idee, wie das Geschlecht der Werwölfe entstanden ist. Die Zutaten aus den unterschiedlichen literarischen Gattungen sorgen für ein schmackhaftes Ganzes.


Die Hörspieladaption von Titania Medien schafft es spielend, sowohl die bedrohlichen und unheimlichen Passagen als auch die von Spannung und Action dominierten Szenen der  Geschichte passend einzufangen. Bei einem außergewöhnlichen Handlungsrahmen wie diesem ist die geräuschetechnische Untermalung natürlich von großer Bedeutung, wenn man das Flair des Dschungels richtig einfangen möchte. Diese Herausforderung wurde ordentlich gemeistert, vielleicht hätte man an der einen oder anderen Stelle noch ein wenig mehr machen können, aber dies stört den guten Gesamteindruck nicht.


Bei den Sprechern gibt es, wie bei Titania gewohnt, nichts zu bemängeln, jedem gelingt es seine Rolle ordentlich zu interpretieren. Lustlose Akteure und abgelesene Texte sind hier Fehlanzeige. Die Musik ist wie immer passend zur jeweiligen Geschichte gut gewählt und macht "Besessen" zu einem homogenen Ganzen. Abschließend bleibt eigentlich nur der Wunsch, auch in Zukunft noch weitere Vertonungen von Robert E. Howard aus dem Hause Titania zu hören. 



# # # Justus Baier # # #



Publisher: Titania Medien/Lübbe Audio





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