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Gabriel Burns 37

Besteht tatsächlich noch Hoffnung für die Menschheit? Ist der Widerstand in der Lage den Kampf zu gewinnen? Je länger Larry Newman sich in den Spähren befindet, desto größer werden seine Zweifel!

(C) Decision Products/Sony Music / Gabriel Burns 37 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenUnter Aufbietung der letzten zur Verfügung stehenden Ressourcen ist es Larry und Joyce mithilfe des Widerstandes gelungen, eine der Sphären zu infiltrieren. Getarnt inmitten einer der endlosen Menschenkolonnen, die um Einlass in die letzten vermeintlichen Zufluchtsorte bitten, passieren sie die Schleusen ins Innere des riesigen Komplexes. Doch was sie hinter den schweren Toren erwartet, übersteigt ihre Vorstellungskraft – denn die Sphären bieten nicht einmal ein Mindestmaß an Sicherheit, noch schlimmer, die Menschen, die durch die Wüsten der Erde irren, sind besser dran als jene, die sich in die Hände der Fahlen begeben.


Wer die Schleusen durchschreitet, dessen Existenz hat nur noch einen Zweck, nämlich die Fahlen dem eigenen Körper und Geist zu nähren. Die Sphären sind gigantische Vernichtungslager! Besteht noch Hoffnung, innerhalb dieser gewaltigen Todesmaschinerie auf den Widerstand zu treffen? Gerade als Larrys Ende naht, geben sich die letzten Kämpfer der Menschheit zu erkennen.


Wer seine Hörspiele lieber aus dem Kosmos der heilen Welt bevorzugt, kann hier direkt das Lesen einstellen und sich einer anderen Rezension zuwenden. Denn "Der Atem der Fahlen" widmet sich nichts anderem als der Schilderung, wie die Menschheit ihrem Ende entgegengeht. Gut, nicht ganz. Zusätzlich erfährt der Hörer noch etwas über das Schicksal von Bakerman, der nach den Ereignissen in Indien als verschollen galt und dessen Leben eine unerfreuliche Wende nimmt. Was Larry in den Sphären erleben muss, ist jedoch nichts für schwache Nerven und empfindliche Mägen.


"Der Atem der Fahlen" schafft etwas, was nur wenigen anderen Hörspielen gelingt: Angst und Entsetzen beim Hörer hervorzurufen. Hier bekommt man tatsächlich einen Kloß im Hals und ein ungutes Gefühl in der Magengrube, wenn man von den Vorgängen hinter den Toren der Sphären erfährt und welchem Schicksal die Menschheit zusteuert. Nicht nur einmal fühlt man sich an ein besonders dunkles Kapitel der deutschen Geschichte erinnert.


Neben den großen Emotionen wird außerdem ein toller Plot geboten, der so dicht erzählt ist wie schon lange nicht mehr innerhalb dieser Serie, und dies sei vorweggenommen: Am Ende möchte man unbedingt wissen, wie es weitergeht. Scheinbar haben es sich die Produzenten zusätzlich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte etwas stringenter zu erzählen und sich nicht auf Nebenschauplätzen zu verzetteln, wie es in der Vergangenheit ab und zu geschehen ist.
Bei Neueinsteigern dürften beim Hören allerdings eine Menge Fragezeichen zurückbleiben. Vielleicht wäre es angesichts der Folgenzahl und auch der zwischenzeitlichen Zwangspause nicht verkehrt, der nächsten Folge eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse voranzustellen.


Trotz der Namensgebung der Serie ist dies bereits die zweite Episode in Folge, die ohne die Hauptfigur auskommt. Inhaltlich sorgt dies allerdings für keinerlei Qualitätsverlust. Eine nicht existente, menschenfeindliche Umwelt erlebbar zu machen, wenn dabei nur ein einziges Sinnesorgan angesprochen wird, ist sicherlich eine Herausforderung. Volker Sassenberg und sein Team haben die Aufgabe angenommen und ihnen ist es gelungen, die urzeitliche Kulisse der Sphären lebendig werden zu lassen. Die eingesetzten Geräusche unterstützen das stetig zunehmende Grauen, das sich beim Hören aufbaut, hervorragend.


Die Anzahl der Sprecher ist überschaubar, aber in diesem Fall braucht man auch keinen großen Sprecher-Cast, um den Horror dieser Geschichte greifbar zu machen. Insbesondere die Nebenrollen sind in diesem Hörspiel großartig besetzt. Bert Stevens als Milton war selten so fies zu hören. Stefan Krause, der vielen aus "Dorian Hunter – Dämonen-Killer" bekannt sein dürfte, macht hier als Teenager ebenfalls eine gute Figur. Und zu guter Letzt Timo Niesner, der mit seiner eindringlichen Art der Interpretation die Resignation Dorgan Finks äußerst glaubhaft und emotionsstark rüberbringt. Selten zuvor konnten sich so viele der Nebenrollen durch ihre Performance im Langzeitgedächtnis festsetzen wie bei "Der Atem der Fahlen".


Die Musik fand bereits in der vorherigen Folge das erste Mal ihren Einsatz und ihre futuristisch anmutenden Klänge passen hervorragend zu den Ereignissen in der möglichen Zukunft der Menschheit. "Gabriel Burns" erweckt den Eindruck, nie aus der Hörspiellandschaft verschwunden zu sein, bereits nach nur zwei Folgen dürfte jedem klar sein, wo das Ziel dieser Serie liegt: Die Pole Position!



# # # Justus Baier # # #



Publisher: Decision Products/Sony Music





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