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Gruselkabinett 70

Wie hätte Joel Brill ahnen können, dass ein einfacher Anruf sein bisheriges Leben auf den Kopf stellen sollte?

(C) Titania Medien/Lübbe Audio / Gruselkabinett 70 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIrgendwo in den Südstaaten der USA, Mitte der 1930er Jahre. Der junge Joel Brill ist ein aufstrebender Wissenschaftler, der seine anthropologischen Forschungen auf die Völker Afrikas konzentriert und hier zu den Kapazitäten seines Fachs zählt. Eines späten Abends benötigt er im Beisein seines Freunds Buckley die fachliche Hilfe von Jim Reynolds, einem Experten für die Stämme Westafrikas und sein langjähriger Lehrer. Doch anstatt seinen alten Bekannten zu hören, nimmt einer der Diener seinen Anruf  entgegen und lässt ihn wissen, das Reynolds doch bereits vor einiger Zeit auf seinen Wunsch hin hinaus zu seinem abgelegenen Ferienhaus am See gefahren sei, um sich dort mit Brill zu treffen.


Aufgrund der mysteriösen Nachricht beschließt Brill, gemeinsam mit Buckley ebenfalls hinaus an den See zu fahren, um zu klären was dort vor sich geht. Als sie endlich an dem einsamen Haus ankommen, liegt dieses in vollkommener Finsternis. Niemand scheint dort zu sein. Als sie sich jedoch Zutritt zum Ferienhaus verschaffen, machen sie eine grauenvolle Entdeckung. Jim Reynolds wurde auf bestialische Weise ermordet, der Täter hat ihn geradezu zerfetzt. Was ist Reynolds nur zugestoßen? Ist ein Tier oder ein Wahnsinniger für die blutige Tat verantwortlich? Keiner der beiden ahnt, dass die Wahrheit viel grauenvoller und mysteriöser sein wird...


Wieder einmal wartet das "Gruselkabinett" mit einem Stoff des amerikanischen Autors Robert E. Howard auf, der neben Geschichten rund um seinen großen Helden Conan, eine ganze Reihe erstklassiger Horror- und Gruselgeschichten verfasste. Zu dieser Kategorie zählt ohne Zweifel auch "Schwarze Krallen". Wieder einmal bekommt man eine sehr dichte und vor allem auch wirklich gruselige Handlung präsentiert, die tatsächlich für Gänsehaut-Atmosphäre sorgt. Insbesondere jene Szenen, die mitten in der Nacht, im Haus am See spielen, lassen den Puls des Hörers sofort in die Höhe schnellen.


Ohne Probleme gelingt es, sich die Szenerie vor Augen zu führen. Wohl jeder bekommt ein mulmiges Gefühl im Bauch, wenn er sich vorstellt, in einem einsam gelegenen Haus auf eine Leiche zu stoßen, und man den Mörder hinter jeder Ecke vermuten muss. Dieses Gefühl der Unsicherheit wird in "Schwarze Krallen" perfekt eingefangen. Sind einige der erschienenen Folgen dieser Reihe eher dem etwas sanfteren Grusel vorbehalten, so kommen die Freunde  des handfesten Horrors hier sicher ebenfalls auf ihre Kosten.


Die dem Hörspiel zugrundeliegende Idee ist originell und bietet eine Story, die in dieser Form noch nicht allzu häufig in Erscheinung getreten sein dürfte. Dazu versprüht diese Produktion den Charme alter Horrorfilme der 1930er und 1940er Jahre, wozu die Musik und die eingesetzten Geräusche ihr Übriges tun. Titania gelingt es einmal mehr, die passende musikalische Untermalung zum gehörten Plot zu finden.


Der Sprecherkreis ist in diesem Fall mit acht Stimmen überschaubar ausgefallen, es bedarf aber auch keiner weiteren Akteure, um "Schwarze Krallen" spannend und unheimlich in Szene zu setzen. Die Stimmen harmonieren gut mit den jeweiligen Rollen und insbesondere die beiden Hauptrollen werden von Konrad Bösherz und Ronald Nitschke hervorragend interpretiert. Das Cover ziert eine der letzten Arbeiten des leider verstorbenen Firun Askin, dem es scheinbar immer wieder ohne jegliche Mühe gelang, die Stimmung der Hörspiele mit seinen Werken einzufangen. "Schwarze Krallen" macht dabei keine Ausnahme. Die Geschichten Robert E. Howards zählen augenblicklich zu den spannendsten und unheimlichsten der gesamten Reihe und es bleibt zu hoffen, dass Titania Medien noch viele weitere tolle Geschichten in seinem Werk finden wird, um sie im "Gruselkabinett" zu erzählen.



# # # Justus Baier # # #



Publisher: Titania Medien/Lübbe Audio





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