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Die drei ??? 180

Auf äußerst unkonventionelle Art und Weise werden die drei Fragezeichen Zeuge einer Entführung am helllichten Tag.

(C) Europa/Sony Music / Die drei ??? 180 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAuf dem Parkplatz eines Fitnessstudios findet Peter einen Walkman, ohne einen Hinweis, wem er gehören könnte. Der zweite Detektiv beschließt, in die enthaltene Kassette hineinzuhören. Nebem einen seiner augenblicklichen Lieblingssongs stößt er auf etwas äußert Sonderbares. Scheinbar wurde auf der Kassette zufällig die Entführung eines jungen Mädchens aufgezeichnet. Nachdem alle Detektive die Aufnahme gehört haben, steht fest, dass die drei Fragezeichen einen neuen Fall haben. Über das Fitnessstudio gelingt es den drei Detektiven, die Besitzerin des Walkmans zu ermitteln.


Dann überschlagen sich die Ereignisse, scheinbar wurde das Mädchen ins Ausland verschleppt, über die Grenze nach Mexiko. Ausgerechnet nach Tijuana, einer Stadt, die nicht unbedingt zu den sichersten Orten unseres Planeten zählt. Die Juniordetektive aus Rocky Beach zögern jedoch keine Sekunde und begeben sich ebenfalls ins Nachbarland, um den Entführern auf die Schliche zu kommen. Kein einfaches Unterfangen, wie sich schnell herausstellt. Dann bekommen Justus, Peter und Bob den entscheidenden Hinweis, wo Bianca sich aufhält. Es beginnt eine Reise durch die Nacht mit ungewissem Ausgang.


André Minninger feiert mit dieser Episode seine Rückkehr als Autor und liefert dem Hörer eine Geschichte mit viel Licht, aber leider auch Schatten. Dass die Abenteuer der drei Fragezeichen nicht immer unbedingt den logischsten und am besten nachvollziehbaren Weg gehen müssen, ist geschenkt, aber allein der Auftakt dieser Folge ist schon mehr als konstruiert: Da findet Peter einen antiquierten Walkman zufällig auf einen Parkplatz und dann stolpert man rein zufällig über eine Entführung, die auf der eingelegten Kassette dokumentiert wurde. Dies ist leider nicht die einzige Szene, in der Kommissar Zufall ins Spiel kommt und die Ermittlungen der drei Fragezeichen vorantreibt.


Wenn man bereit ist, über diese kleinen Schönheitsfehler hinwegzusehen, erwartet den Hörer eine der atmosphärisch stimmungsvollsten Folgen der letzten Zeit. Im Fall von "…und die flüsternden Puppen" nimmt die Handlung mit voranschreitender Laufzeit an Dichte zu und gipfelt schließlich in jener Szene in der abgelegenen Hütte in der mexikanischen Wildnis. Gerade für zartbesaitete Charaktere und die jüngeren Hörer dürfte diese Passage eine Herausforderung sein. Früher zählten unheimliche und gruselige Momente zum Standardrepertoire dieser Serie, rückten aber in den letzten Jahren ein wenig in den Hintergrund. Der Ausflug ins Unheimliche feiert in der 180. Folge ein furioses Comeback und wird gerade bei den älteren Hörern damit punkten können.


Auch wenn es auf den ersten Blick nicht den Anschein hat, so ist der vorliegende Fall eine eher konventionelle Geschichte, die den Anteil an vermeintlich Übersinnlichem und Rätselaufgaben eher überschaubar hält. Im letzten Drittel von "…und die flüsternden Puppen" nimmt das Geschehen dann eine eher unerwartete Richtung, wobei die Frage gestattet sein muss, warum die kriminellen Elemente einen derartigen Aufwand betreiben, um an ihr Ziel zu gelangen.


Die verwendeten Soundeffekte haben sicherlich einen nicht unerheblichen Anteil daran, dass insbesondere die nächtlichen Szenen in der Hütte eine solche Intensität erlangen. Egal ob Fitnesscenter, mexikanische Wüste oder Grenzübergang, die eingesetzten Geräusche wissen zu überzeugen, ohne aufdringlich zu wirken. Die musikalische Rahmung des Inhalts ist wieder eine ausgewogene Mischung zwischen bereits bekannten Stücken und neuen Kompositionen, die durchaus zu gefallen wissen.


Ein Minuspunkt sind jedoch die beiden verwendeten Musikstücke, die sich auf dem Walkman befinden, wovon eines sogar ein momentaner Ohrwurm von Peter sein soll. Sorry, aber das ist nur schwer vorstellbar. Eine äußerst schmalzige Liebesballade, die klingt wie aus den 1980er Jahren, geht wenig glaubhaft als der Lieblingssong eines Teenagers im Jahr 2016 durch. Das eingespielte Gespann aus Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich kann auch im 180. Anlauf überzeugen und liefert eine professionelle und sehr unterhaltsame Arbeit ab.


Die vorliegende Folge stellt eine Zäsur dar, denn hier kommt es zur Neubesetzung einer Figur, die diese Serie seit den ersten Folgen begleitet. Skinny Norris wird erstmalig nicht von Andreas von der Meden, sondern von Michael Harck gesprochen. Harck setzt bei seinem ersten Einsatz auf Kontinuität und versucht ähnlich wie von der Meden zu klingen. Eigene Akzente werden in der Zukunft sicherlich folgen. Außerdem sind Mario Ramos, Julia Fölster und eine Reihe anderer zu hören, die das Ensemble mit einer guten stimmlichen Leistung abrunden.


"…und die flüsternden Puppen" ist sicherlich eine Folge, die häufiger ihren Weg in den CD-Player finden wird. Nur wenige Episoden jenseits der 100 schaffen es, eine derart dichte Atmosphäre zu kreieren, die dem Hörer sogar eine Gänsehaut auf den Körper zaubert. Die Story hat zwar das eine oder andere Logikloch, was in diesem Fall jedoch zweitrangig ist. Gute Unterhaltung mit den drei Detektiven aus Rocky Beach.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Europa/Sony Music




 


 
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