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Heliosphere 2265 6

Die Lage innerhalb der Solaren Union ist unsicher wie nie. Man befindet sich an der Schwelle zum Bürgerkrieg.

(C) Interplanar/Greenlight Press / Heliosphere 2265 6 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie Hyperion und ihre Mannschaft stehen am Scheideweg. Der Handlungsspielraum für Captain Cross und seine Offiziere wird von Tag zu Tag geringer. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Admiral Sjöberg sein wahres Gesicht zeigt und offen gegen die unliebsame Crew vorgehen wird. Zuvor erteilt er der Besatzung jedoch noch eine schicksalsschwere Aufgabe, die einem Himmelfahrtskommando gleicht. Doch selbst wenn die Hyperion von ihrer gefährlichen Reise zurückkehren sollte, wurden bereits Vorkehrungen getroffen. Captain Cross darf unter keinen Umständen lebend zur Erde zurückkehren. Dazu kommt, dass die Befehle an ihn eine hohe Brisanz besitzen.


Admiral Sjöberg will einen brutalen Erstschlag gegen die Paliden führen, bei dem Milliarden ihr Leben verlieren würden. Captain Jayden Cross steht vor einer folgenschweren Entscheidung: Kann er einen von ihm durchgeführten Massenmord mit seinen Vorstellungen von Ethik und Moral vereinbaren? Währenddessen versucht Irina Petrova, in einem Gefangenenlager auf der radioaktiv verseuchten Welt das Beste aus ihrer Situation zu machen und am Leben zu bleiben. Bei ihrer Arbeit als Ärztin lernt sie einen Mitgefangenen kennen, der ihr unverhofft die Möglichkeit zur Flucht bietet. Ungewiss, ob sie ihren Ausbruch überleben werden, brechen die beiden in die nukleare Wüste auf.


"Heliosphere 2265" schafft den Spagat, den nur sehr wenige Serien in diesem Genre vollführen können. Es wird eine vielschichtige Story geboten, die immer wieder mit neuen Rätseln und Geheimnissen punkten kann, ohne das Publikum mit zu viel Input zu überfordern. "Die Bürde des Captains" macht hier keine Ausnahme und konzentriert sich im Wesentlichen auf zwei zentrale Handlungsstränge. Da wären zum einen die Ereignisse an Bord der Hyperion, die deutlich an Fahrt aufnehmen und in einem Attentat auf den Captain gipfeln. Der Überlebenskampf von Cross und der gleichzeitige Widerstand gegen die Feinde in den eigenen Reihen sorgen für eine ordentliche Portion Spannung und Action, die gut zu unterhalten weiß. Dabei verlieren die Mitglieder der Crew nie ihre Menschlichkeit und mutieren zu keiner Zeit zu überdimensionierten Superhelden. Realistisch ist auch, dass nicht jeder Plan von Erfolg gekrönt ist und man auch Verluste beklagen muss.


Auf der anderen Seite begleitet die Hörerschaft Doktor Petrova bei ihrer Flucht aus einem Gefangenenlager auf Pearl. Auch hier eröffnen sich neue Fragen, die die Spannung zusätzlich steigern. Wer unterstützt Petrova im Verborgenen bei ihren Aktivitäten? Gibt es doch noch einen Widerstand gegen den Diktator Sjöberg? Allerdings ist es nicht ratsam, diese Folge für einen Neueinstieg in die Serie zu wählen, da die Ereignisse aufeinander aufbauen und stetig an Komplexität gewinnen. Ein kurzer Rückblick über den bisherigen Handlungsverlauf böte sich hier durchaus an, denn auch jemand, der alle Folgen kennt, könnte ein wichtiges Mosaiksteinchen der Geschichte nicht mehr präsent haben.


Die Figuren erfreuen sich einer stetig wachsenden Identität und nehmen immer deutlichere Konturen an. Insbesondere die schweren moralischen Entscheidungen, die es zutreffen gilt, sorgen für eine weitere Ausformung der Profile. Die musikalische Gestaltung lässt keine Wünsche offen. Dramatische und epische Klänge fangen die Atmosphäre der verschiedenen Szenen gut ein und passen äußert gut zu einer derartigen Space Opera.


Die Ausarbeitung der Soundkulisse bot dieses Mal einige Herausforderungen, so gab es Rückblicke und Szenen im Unterbewusstsein des Captains so zu gestalten, dass sie für den Hörer nachvollziehbar sind. Dieses Problem wurde jedoch mit Bravour gelöst, was übrigens auch für die anderen Handlungsräume der Geschichte gilt. Die Geräusche sind passend und schaffen es, die Hyperion ebenso wie die tödliche Umgebung von Pearl Gestalt annehmen zulassen. Das Booklet hält wieder einmal eine ordentliche Portion an Zusatzinfos und ein Interview mit Manja Doering bereit. Ein Bonus, den leider immer noch viel zu wenige Labels als notwendig erachten. Absolut vorbildlich, wie Greenlight Press an dieser Stelle agiert.


Die Sprecher sind durch die Bank Profis, die ihren Job verstehen und es problemlos schaffen, die verschiedensten Emotionen mit ihrer Stimme einzufangen. Besonders gelungen ist Michael Lotts Performance als Christopher Johnston. Einfach herrlich, wie fies und verschlagen Lott hier agiert, kaum vorstellbar, dass hier derselbe Sprecher zu hören ist, der seinerzeit "Mark Brandis" zu einer der beliebtesten Hörspielserien werden ließ. Auf die Gefahr hin, dass ich mich an dieser Stelle wiederhole: "Heliosphere 2265" ist augenblicklich der heißeste Scheiß in Sachen SF-Hörspiel!


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Interplanar/Greenlight Press




 


 
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