Die vierte Ausgabe von "Hellboy" kommt als abwechslungsreiche Sammlung von Kurzgeschichten daher, die im US-Original zumeist in Fortsetzungen und als Specials erschienen sind. Los geht’s mit "Der Leichnam", bei dem Hellboy in Irland von einer verzweifelten Mutter um Hilfe gebeten wird. Ihr Baby ist verschwunden, an seiner Statt hat sich ein garstiger Kobold im Gitterbett breitgemacht. Nachdem ihm unser paranormaler Ermittler in gewohnt charmanter Art auf den Leib gerückt ist, verweist er auf drei Gnome. Diese bieten Hellboy die Rückgabe des Babys an, wenn er die Leiche von Tam O’Clannie in geweihter Erde begräbt. Zur Auswahl stehen dabei mehrere christliche Kirchen, bei denen allerdings akuter Platzmangel herrscht, wie sich schnell zeigt. Und so nerven nicht nur Gestank und Geschwätzigkeit des Leichnams unseren Helden, sondern auch ein riesiges Schweinemonster und eine gefräßige Flusshexe.Nach dem Sechsseiter "Die Eisenschuhe" folgt ein Ausflug in die russische Folklore. 1964 kommt Hellboy in die Stadt Bereznik, wo sich die Hexe namens Baba Jaga des Nachts auf dem Friedhof herumtreibt. Beziehungsweise herumfliegt auf einem riesigen Mörser, und dabei die seltsame Angewohnheit hat, die Finger der Toten zu zählen. Dass sie in Verbindung mit verschwundenen Kindern steht, kann Hellboy natürlich nicht gutheißen und fühlt der guten Frau selbstverständlich schlagkräftig auf den alten Zahn – mit schrägen Folgen. Danach wird es besinnlich mit "Weihnachten in der Unterwelt", das ebenfalls auf einem Volksmärchen basiert. Unser Ermittler wird zum Anwesen von Lady Hatch gerufen, die im Sterben liegt. Seit ihre Tochter Annie vor fünf Jahren verschwunden ist, liegt ein Fluch auf dem Anwesen, der alle Familienmitglieder dahingerafft hat. Mrs. Hatch überreicht Hellboy ein Geschenk an ihre Tochter, die sie immer noch gelegentlich besucht, und dieser steigt hinab in die Unterwelt.
Dann ist es Zeit für "Sarg in Ketten". Mit zehn Seiten vom Umfang her zu den übrigen Kurzgeschichten passend, wird doch schnell deutlich warum es sich dabei um das Herzstück dieses Bands handelt. Reist doch Hellboy zurück an den Ort seines irdischen Ursprungs, den er jahrelang gemieden hatte: Jene Kirche von East Bromwich, an der er am 23. Dezember 1944 durch ein Nazi-Experiment das Licht dieser Welt erblickt hatte und wo er nun einen beängstigend realen Traum erlebt – von einer Frau, die ihre bösen Taten bereut, Gott um Vergebung bittet und aus Angst vor ihrem dunklen Gebieter in einen mit Ketten gesicherten Sarg gelegt werden will. Doch der Dämon hat da natürlich noch ein Wörtchen mitzureden, und er scheint Hellboy zu kennen…
Handgreiflicher wird es dann wieder bei "Die Wölfe von St. August", ursprünglich als Backup-Story in der Anthologie "Dark Horse Presents" veröffentlicht. Wir schreiben das Jahr 1994, als es "Red" in das kleine Nest Griart auf dem Balkan verschlägt. Sein Freund, Pater Kelly, ist dort ebenso grausam ermordet worden wie weit über 100 Dorfbewohner. Gemeinsam mit der Okkultisms-Expertin Dr. Kate Corrigan begibt sich Hellboy zum Tatort, um nur kurze Zeit später auf das dunkle Geheimnis des Ortes zu stoßen, der früher den Namen Sankt August trug. Ein Fluch, der auf der hier einst herrschenden Dynastie der Greniers liegt, sorgt schließlich für die obligatorische Prügelei. Ohne ausreichende Bewaffnung muss sich Hellboy dem Familienoberhaupt in Gestalt eines Werwolfs entgegenstellen.
"Fast ein Gigant" knüpft im Folgenden an den Fünfteiler "Der Teufel erwacht" aus Band 2 an. Wir erinnern uns: Mitglieder einer Neonazi-Organisation stahlen den Körper des rumänischen Vampirs Vladimir Giurescu aus einem New Yorker Wachsfigurenkabinett. Ein Team der B.U.A.P. hat sich nun an die Spuren der Diebe geheftet und entdeckt in den Ruinen eines Schlosses zwar nicht Giurescu, aber einen leblosen Homunkulus. Liz Sherman, Hellboys pyrokinetisch begabte Kollegin, findet dabei einen Weg ihre ungeliebten Kräfte auf seinen Körper zu übertragen. Dieser erwacht dadurch zu neuen Leben, um sich schleunigst aus dem Staub zu machen. Liz, äußerlich scheinbar gesund, wird durch den Verlust des "Feuers" geschwächt und kämpft gegen den Tod. Hellboy macht sich auf die Suche nach dem Homunkulus, der zu allem Übel auch noch auf einen sehr engen Verwandten stößt.
Die Kurz- und Fortsetzungsgeschichten in diesem Band rund um "Sarg in Ketten" zeigen einmal mehr die Meisterschaft von Mr. Mignola, auch auf gedrängtem Raum Großes zu schaffen. Der "Meister des Understatements", als den ihn P. Craig Russell in seinem Vorwort bezeichnet, schafft es trotz seines scheinbar simplen Strichs immer wieder, detaillierte, atmosphärisch dichte und liebevoll gestaltete Umgebungen zu schaffen, in denen sich sein Held bewegt. Dass er für die hier versammelten Storys tief in diversen Volksmärchen und Mythen gekramt hat, macht dieses Buch enorm abwechslungsreich und vielseitig. Natürlich gerät trotz der düsteren Settings auch der Humor nicht zu kurz, wenn "Red" sein Schimpfvokabular auspackt um den pathosgeschwängerten Worten seiner Widersacher zu trotzen. Abgerundet wird das kurzweilige Vergnügen mit neuen Pin-Ups bekannter Zeichenkünstler aus Übersee und unseren Breiten – zugreifen!
# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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