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Comic-Review: Wonderland 1 (Panini)

Wer kennt sie nicht – die Geschichte der kleinen Alice Liddle, die dem weißen Kaninchen in seinen Bau folgt und ins seltsame Wunderland gerät? Jetzt erfahren wir, was aus dem jungen Mädchen von einst geworden ist.

Cover Wonderland (C) Panini / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDas erstmals 1865 erschienene "Alice im Wunderland" ("Alice`s Adventures in Wonderland") von Lewis Carroll hat seinen Platz schon lange im Klassikerkanon der Kinderbuchliteratur gefunden. In seiner Popularität ungebrochen, genießt das Werk durch die damit verbundenen Naturwissenschaften wie Mathematik, Astronomie, Physik und Informatik des Gelehrten Carroll auch in der Forschung hohes Ansehen. Die junge Filmindustrie adaptierte das Buch bereits 1903 zum ersten Mal als Stummfilm – nur der Beginn einer langen Reihe von Umsetzungen auf Zelluloid, die uns erst kürzlich mit Tim Burtons 3D-Spekaktel eine neue Interpretation beschert hat.


Panini Comics hat nun mit "Rückkehr ins Wunderland" die hierzulande erste Übersetzung eines Stoffs des erst 2005 gegründeten US-Publishers Zenescope Entertainment vorgelegt. Ursprünglich als Spin-off des Überraschungshits "Grimm Fairy Tales" gestartet, sind mittlerweile mehrere Miniserien und Oneshots zu "Wonderland" erschienen. Der Auftakt des Ganzen führt uns ins Haus der Liddles, in der die mittlerweile erwachsene Alice in der Badewanne einen Selbstmordversuch unternommen hat. Die Familienidylle erhält durch diese scheinbar sinnlose Tat – womit wir wieder bei einer der Grundregeln des Wunderlands wären – einen gehörigen Riss.


Doch wie sich zeigt, war die heile Welt ohnehin nur Fassade: Der Vater lässt sich insgeheim von einer SM-Dame durchorgeln, Sohn Johnny zeigt starke psychopathische Tendenzen. Tochter Calie wacht aus seltsamen Träumen auf, in denen das Blut in Strömen fließt. Und das, während ihre mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassene Mutter apathisch im Wohnzimmer sitzt. Zur Beschäftigung hat sie ein weißes Kaninchen bekommen, doch mit dem Tier scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Das spürt Calie und verfolgt den Nager, bis sie wie einst ihre Mutter in das mysteriöse Wunderland gerät und dort nicht nur "alte Bekannte" wie den verrückten Hutmacher oder die Grinsekatze trifft, sondern natürlich auch den Wahnsinn, der sie und ihre Familie zu zerstören droht.


Raven Gregory, Ralph Tedesco und Joe Tyler haben einen äußerst interessanten Horror-Comic geschaffen, der weder mit expliziten Gewaltszenen noch schönen Frauenkörpern geizt. Eigentlich Standard, sollte man meinen, wenn man entsprechende Meterware der amerikanischen Comic-Industrie kennt. Wenn da eben nicht die gelungene Einflechtung von Carrolls Klassiker wäre, die mit irren Ideen und monströsen Variationen seines ohnehin bizarren Figurenpersonals glänzt. Rich Bonk und Daniel Leister an den Zeichenbrettern machen ihren Job ebenfalls sehr gut, der Wechsel bei der US-Ausgabe 2 wird durch den ähnlichen Stil der beiden gut abgemildert. "Rückkehr ins Wunderland" kann sich nicht nur den Verdienst anheften, eine kurzweilige Lektüre zu sein, sondern auch gehörig Lust darauf zu machen das Original neu zu entdecken.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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