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Comic-Review: Signal to Noise (Panini)

Gaimans und McKeans Arbeit über die letzten Tage eines sterbenden Regisseurs ist ein Lesevergnügen der besonderen Art. Panini veröffentlich mit diesem schönen Harcover-Band die komplette und überarbeitete Gesamtfassung in deutscher Sprache.
Cover Signal To Noise (C) Panini / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Der Comic "Signal to Noise" hat einen langen Werdegang. Begonnen hat alles als kleine Auftragsarbeit für das Magazin "The Face" in den 1980er Jahren. Den Herausgebern kam es in den Sinn, eine komplette Comic-Serie in Auftrag zu geben und sie baten Dave McKean um Vorschläge. Dieser setzte sich daraufhin mit Neil Gaiman in Verbindung und gemeinsam erarbeiteten sie die tragische und zugleich schöne Geschichte des sich zu Ende neigende Lebens eines Filmemachers. Ursprünglich erschien "Signal to Noise" im Abstand von vier Wochen im Magazin und den beiden Künstlern wurde es lange verwehrt, eine Gesamtausgabe zu veröffentlichen, die schließlich zum ersten Mal im Jahr 1992 verlegt wurde.


London, Ende der 1980er Jahre: Ein passionierter und erfolgreicher Filmemacher erfährt von seiner Ärztin, dass er todkrank ist und nicht mehr lange zu Leben hat. Der Mann lehnt jede Behandlung ab und zieht sich statt dessen in sein Haus zurück, denn in seinem Kopf will er nur noch einen Film zu Ende bringen. In seiner Fantasie wählt er passende Schauspieler, schreibt am Drehbuch weiter und weiß genau, welche Kamerawinkel und Sets zu dem Film passen. In seinen letzten Monaten hat er nur noch zu wenigen vertrauten Personen Kontakt. Eine davon ist seine Mitarbeiterin Inanna, die ihm auch freudig erzählt, dass der Produzent mit dem Projekt einverstanden ist und mit den Dreharbeiten begonnen werden kann. Doch dafür ist es zu spät, seine Zeit reicht längst nicht mehr.


Der Film handelt vom drohenden Untergang der Welt am 31. Dezember 999 n. Chr. Ein Dorf voller Menschen erwartet ängstlich die bevorstehende Apokalypse. Gemeinsam wandern sie auf einen Berg, um ihr Ende zu akzeptieren. Doch das neue Jahr beginnt und die Welt lebt weiter. Der Film nimmt im Kopf des Regisseurs immer konkretere Züge an und allmählich wird er selbst Teil seiner Fantasie. Wie in Trance arbeitet er, um das Manuskript zu beenden. Sein eigener Verfall wird unwichtig und sein Geist konzentriert sich völlig auf das Wesentliche – kein Geräusch lenkt ihn mehr ab.


"Signal to Noise" begann als Doppelseite und erlebte seit Entstehen einige Überarbeitungen und Adaptionen. So wurde daraus sowohl ein Hörspiel von BBC Radio als auch ein Bühnenstück. Und die Möglichkeiten sind damit noch nicht ausgeschöpft, denn der Comic ist eine bewegende Geschichte über den Tod und Vergänglichkeit, über die Suche nach dem passenden Signal in der riesigen Wolke von Störgeräuschen. Neil Gaiman schreibt einfühlsam den inneren Dialog des sterbenden Mannes und der Stil von Zeichner McKean scheint wie geschaffen für diese Arbeit. Wie eine literarische Ohrfeige erwischt dieser Comic den Leser. So erwachsen, verstörend, bereichernd und kräftig zugleich beschäftigt die Lektüre noch weit über die letzte Seite hinaus. Ein Werk, das nicht einfach ist und gerade deshalb unbedingt gelesen werden sollte.



# # # Andreas Himmetzberger # # #





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