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Comic-Review: Marvel Zombies Collection (Panini)

Fressen oder gefressen werden, so lautet das Motto dieses Sammelbands, in dem sich die untoten Marvel-Helden am leckeren Fleisch der Lebenden laben. Und für jede Menge irrsinniger Einfälle und Lacher sorgen!

Marvel Zombies Collection (C) Panini / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDass Zombies seit einigen Jahren wieder vermehrt ihre verwesenden Körper ins Rampenlicht von Film und Fernsehen schieben, ist wohl nichts Neues. Variationen des Motivs der wandelnden Toten wie "Shaun of the Dead" (2004) oder "Zombieland" (2009) haben gezeigt, dass das Genre auch mit Humor überhaupt keine Berührungsschwierigkeiten hat. Zombies können extrem kurzweilig sein – und in genau diese Kerbe schlagen die "Marvel Zombies", deren erste Miniserien Panini jetzt gesammelt vorgelegt hat. Als Autor konnte niemand Geringerer als Robert Kirkman gewonnen werden, seines Zeichens Untoten-Spezialist vom Dienst und mit "The Walking Dead" für den momentan erfolgreichsten Independent-Comic der USA verantwortlich.


Los geht der Spaß mit der ersten fünfteiligen Serie, die Anfang 2006 den Comic-Überraschungserfolg gestartet hat. Nachdem erstmals bei den "Ultimate Fantastic Four" ein außerirdischer Virus aufgetreten ist, der sämtliche Wesen mit Superkräften in Zombies verwandelt, haben sich Spider-Man, Thor, Iron Man, Hulk und Konsorten an ihren Mitmenschen delektiert und die Bevölkerung auf der Erde ihres Alternativuniversums stark dezimiert. Und zwar so massiv, dass Frischfutter rar geworden ist, während unsere hungrigen Zombies ihren Appetit nur kurzfristig verlieren. Da passt das Auftauchen von Magneto ebenso gut wie das des Silver Surfers, die beide für leckere Zwischenmahlzeiten sorgen. Der größte und leckerste Brocken kommt aber erst in Gestalt des Weltenverschlingers Galactus, der es auf diese Erde abgesehen hat. Keine Frage, dass er umgekehrt auch den Appetit der Zombies weckt…


Als nächstes folgt ein Crossover der besonderen Art, nämlich "Marvel Zombies vs. The Army of Darkness". Mittendrin statt nur dabei ist ein Mann, der in Sachen "Untote aufmischen" auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann: Ashley "Ash" Williams, bekannt aus Sam Raimis legendärer Horrorfilm-Trilogie "Evil Dead". Nach dem Tod in seiner eigenen Comic-Serie von Dynamite Entertainment wird er in eine andere Realität versetzt und vom Buch der Toten, dem sagenumwobenen Necronomicon, gewarnt dass sich die Toten erheben würden. Ash versucht die Rächer zu warnen, wird allerdings als Spinner abgetan – natürlich behält er recht und die „ekligen erbsenhirnigen Superloser“ delektieren sich kurze Zeit später selbst an ihren Mitmenschen. Zeit für Ash, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen! Im Anschluss gibt es den Oneshot "Dead Days", der einige Hintergründe zur Infektion der Superhelden in dieser Realität verrät.


Zu guter Letzt wird mit "Marvel Zombies 2" der zweite Gang serviert. Einige Jahrzehnte, nachdem die Zombies die Erde auf der Suche nach frischem Futter verlassen haben, fristen die Nachkommen des derzeitigen Königs Black Panther in Neu Wakanda ihr Dasein. Neben dem alltäglichen Überlebenskampf inmitten einer tristen Ruinenlandschaft besteht auch eine zweite Front: Reynolds Cortez und seine Acolyten, Anhänger des im Kampf gegen die Zombies gefallenen Magneto, schielen nach der Macht. Unterdessen gelangen unsere hungrigen Untoten wieder zurück auf die Erde, wo sie Reed Richards Dimensionsportal finden wollen, um in neue Welten mit Frischfleisch vorzudringen. Doch inmitten der Zombies formiert sich Widerstand: Nicht nur Spider-Man verspürt seltsamerweise nach Jahren der Reise durch das All keinen Hunger mehr.


Paninis rund 400 Seiten starker Schmöker bietet großartiges Entertainment von Autor Robert Kirkman und macht einfach jede Menge Spaß. Gerade eben weil die Marvel Zombies keine hirnlosen Fressmaschinen geworden sind, sondern ihren Intellekt (und im Fall des Netzschwingers, der immerhin Mary Jane, Tante May und seinen Erzfeind J. Jonah Jameson gefressen hat, auch den Sinn für Humor) behalten haben und auf rationale Weise ihr Vorgehen planen, gerät das Ganze im wahrsten Sinne des Wortes nicht zur hirnlosen Fressorgie. Zeichner Sean Philips, deutschen Lesern unter anderem von der großartigen Crime Noir-Serie "Sleeper" bekannt, macht seinen Job ebenso großartig und verwöhnt uns mit einigen tollen Splashpages. Nicht nur Fans, sondern vor allem auch Außenstehende und solche, die Superhelden im Allgemeinen weniger abgewinnen können, sollten sich dieses Paperback voll mit ironischen Verweisen auf das Marvel-Universum gönnen – die rund 30 Euro lohnen sich auf jeden Fall.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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