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Comic-Review: Tarot – Witch of the Black Rose Hextrem Edition 2 (Panini)

Auch der zweite Hardcover-Band mit den nachgedruckten magisch-erotischen Abenteuern von Tarot und ihren Freunden weiß zu begeistern.

Cover Tarot - Witch of the Black Rose Hextrem Edition 2 (C) Panini Comics / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie "Hextrem Edition" ist mit einer neuen Ausgabe zurückgekehrt und liefert die Reprints der beiden mittlerweile vergriffenen Softcover-Bände 3 ("Boo! …und andere Geschichten") und 4 ("Die Nebel der Dunkelheit"). Der Schwerpunkt liegt diesmal auf Storys, die verschiedene Aspekte einzelner Charakteren näher herausarbeiten. Den Einstieg machen dabei zwei Geschichten über die Werkatze Boo, die eines Nachts in höchster Not Tarot aufsucht. Ihre Freundin Licore Dust ist von aufgebrachten Menschen gepfählt worden und kämpft mit dem Tod. Den Verfolgern sind die beiden nur entkommen, weil diese von seltsamen Monstern angegriffen worden waren, die einen Heißhunger auf Knochen haben. Der Friedhof von Salem ist diesbezüglich natürlich die erste Adresse, was Tarots Freund Jon alias Skeleton Man so gar nicht in den Kram passt. Ein Problem hat in der folgenden Story schließlich auch ein Werwolf, und zwar mit Boos Umgang mit Menschen und ihrer vampirischen Freundin Licore: Mittels handfester Argumente versucht er sie von ihrem schändlichen Treiben abzuhalten.


Verspielt geht es dann bei "Das Puppenhaus" zu, in der wir Izzy kennenlernen. Die junge Dame hat ein ausgeprägtes Faible für Puppen, das sie in ihrem eigenen Laden auch beruflich auslebt. Jon beauftragt sie, ein Ebenbild seiner Liebsten anzufertigen, und sie macht sich daran die passenden Teile zu besorgen. Dumm nur, dass sie und ihre beiden Katzen kurz darauf von einem Auto zu Brei gefahren werden! Die einzigen Zeugen des Unfalls sind ihre Puppen, deren Seelen sie aus einem verfluchten Holzbrett befreit hatte. Das wiederum hatte seinerzeit als Teil eines Schandpfahls zur Folterung vermeintlicher Hexen gedient. Die kleinen Helfer flicken Izzy zusammen, sodass sie Jons Bestellung doch noch ausliefern kann – allerdings mit einem nicht gerade netten Hintergedanken. Mehr als freundlich sind da schon die netten Trollfrauen, die bei der nächsten Geschichte den betrunkenen Jon vom Frühlingsfest der Hexen entführen und zu ihrem "grünen König" machen, inklusive Vollkontakt in den unteren Körperregionen.


Crypt Chick steht dann bei "Friedhof-Rock!" im Mittelpunkt. Jon macht sich Sorgen um seine Ex-Freundin, da sie sich beinhart weigert ihr Geisterdasein aufzugeben und ihren Frieden zu finden. Vielmehr trauert sie ihrem menschlichen Vorleben nach, in dem sie eine Karriere als angehender Rockstar in Aussicht hatte. Das Gespräch darüber wird jäh durch Knochendiebe unterbrochen, die bei Jons Friedhof vorfahren. Pflichtbewusst stellt sie der Skeleton Man, doch mit dem Inhalt ihres Lastwagens haben er und Crypt Chick nicht gerechnet: Ein waschechter Geister-Tyrannosaurus beißt fleißig um sich! Mit einem Diebstahl beginnt auch die nächste Geschichte, in der einige listige Elfen die Tagebücher von Tarot, ihrer Schwester Raven Hex und Boo in der Hoffnung auf amüsante Lektüre entwenden.


Mit dem Vierteiler "Die Nebel der Dunkelheit" steht dann die Hauptstory des ursprünglich vierten Bandes an. Raven Hex kann sich über einen neuen Verehrer freuen, der ihr auch noch ein unmoralisches Angebot unterbreitet: Azure, ein wahnsinniger Vampirelf, will mit vereinten Kräften den von ihr einst geführten Kampf gegen die Menschenwelt wieder aufnehmen. Zu diesem Zweck mobilisiert er eine Armee von Schlachtebern und lässt sowohl Jon als auch Boo als Geiseln entführen. Offenbar verläuft sein Vorhaben genau nach Plan, denn Raven Hex verkündet im Namen der Hexen der Schwarzen Rose in den Krieg gegen die Menschen ziehen zu wollen. Damit sollen auch die verbündeten Drachenhexen dazu bewogen werden, sich dem Heer anzuschließen…


Freunde elegant gezeichneter weiblicher Rundungen müssten in ihren eigenen vier Wänden eigentlich einen Schrein zur Verehrung von Jim Balent einrichten. Was der Mann da aus seinem Bleistift zaubert, ist eine wahre Freude – da droht die inhaltliche Ebene zwangsläufig in den Hintergrund zu rücken. Glücklicherweise liefert der Autor/Zeichner in Personalunion aber auch im vorliegenden Band wieder interessante, kurzweilige Storys voll augenzwinkerndem Humor, kuriosen Monstern und Hexen-Insiderwissen, die dem vorbeugen. So ist es leicht zu verkraften, dass sich die versammelte Damenschaft gefühlt alle zwei Seiten entblättert und von der besten Seite zeigt beziehungsweise ihre Abenteuer ohnehin stets spärlich bekleidet erlebt. "Tarot" bleibt somit ein anregendes Lesevergnügen, welches das heimische Buchregal in gewohnt edler Aufmachung ungemein schmückt.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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