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Comic-Review: Marvel Noir – Punisher (Panini)

Gangster beißen reihenweise ins Gras in der Bronx des Jahres 1935. Wer ist der eiskalte Killer, der die bösen Buben reihenweise umnietet?
Cover Marvel Noir - Punisher (C) Panini Comics / Zum Vergrößern auf das Bild klickenVor mittlerweile 36 Jahren in "The Amazing Spider-Man" 129 machten Marvel-Leser erstmals Bekanntschaft mit dem beinharten Einzelkämpfer Frank Castle alias Punisher, der den Netzschwinger als mutmaßlichen Mörder von Norman Osborn unschädlich machen wollte. Ausgestattet mit einem riesigen Waffenarsenal und dem bekannten Totenkopf-Shirt, schreckte er nicht davor zurück zuerst zu schießen und dann Fragen zu stellen. Der grimmige Vigilant, der bei der Leserschaft sehr gut ankam und in den nächsten Jahren des Öfteren auf Spidey, Captain America und Konsorten traf, nahm dabei die Welle an waffenstarrenden Bad Boys voraus, die infolge von Frank Millers "The Dark Knight Returns" über die Comic-Industrie der USA schwappten und ihren pervertierten Höhepunkt in der frühen Phase des Image-Verlags fand. Mitte der 1990er stellte Marvel die drei bis dahin laufenden Punisher-Serien ein, da der Charakter den Zenit seiner Popularität überschritten hatte. Garth Ennis ("Preacher", "Hellblazer", "Hitman") und Steve Dillon führten Frank Castle zur Jahrtausendwende unter dem "Marvel Knights"-Banner zu neuen Höhen, in den Jahren 2004 und 2008 entstanden zwei gelungene Realverfilmungen.


Nun ist auch der Punisher in die 1930er Jahre versetzt worden: Die Origin ist in der vierteiligen Miniserie von Frank Tieri (Deadpool, Iron Man) und Paul Azaceta (Daredevil, Spider-Man) vom Vietnamkrieg in den Ersten Weltkrieg verlegt worden, wo Frank Castle in den Schützengräben der Westfront kämpft. Nach dem Waffenstillstand kehrt er zurück nach New York, wo er in der Bronx einen kleinen Laden führt. Nachdem seine geliebte Frau gestorben ist, sorgt er sich um seinen Sohn, der auf die schiefe Bahn zu geraten droht. Doch auch er selbst hat Probleme am Hals, und die haben einen Namen: Dutch Schultz, ein Gangsterboss, der nachdrücklich Schutzgeld einfordert und Schläger schickt. Die Fehde eskaliert schließlich, bis drei Personen Frank besuchen und ihn töten. Frank Jr. schwört Rache – man schreibt das Jahr 1935, als er sich eine Totenkopfmaske überzieht und daran geht die Mörder seines Vaters zu erledigen.


Mehr "Noir" als beim Punisher geht, vielleicht abgesehen von Daredevil, wohl kaum. Der Werdegang des jungen Frankie Castle vom jugendlichen Westentaschen-Ganoven zum grimmigen Vigilanten wird über weite Strecken mit Zeitsprüngen erzählt, die auf den Erfahrungen und Erlebnissen des Vaters aufbauen, um die Motivation des Punishers darzulegen. Das gelingt Frank Tieri auf souveräne Weise und ist in eine spannende Handlung eingebunden, die neben Jigsaw mit dem Russen, Barracuda, Detective Soap und Barracuda gleich mehrere Charaktere des großartigen Runs von Garth Ennis bereithält. Paul Azaceta leistet sich am Zeichenbrett keine Blößen, durch den für das letzte Kapitel eingesprungenen Antonio Fuso leidet allerdings die grafische Kontinuität. Abgesehen davon ist aber auch dieser Band ein weiteres Kleinod des "Noir"-Imprints und eine kurzweilige Lektüre für Punisher-Freunde und solche, die es werden wollen.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #
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