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Die Elfen 9

Erneut ist das Reich der Menschen in Gefahr. Doch das Böse hat viele Gesichter. Einige sind auf den ersten Blick zu erkennen, andere verbergen sich hinter schwer durchschaubaren Masken.

(C) Folgenreich/Universal Music / Die Elfen 9 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDer blutige Krieg zwischen Menschen und Trollen ist im Fjordland zu Ende, ein fragiler Friede zwischen den ehemaligen Feinden in Kraft getreten. Das Misstrauen auf beiden Seiten schwelt noch immer, aber niemandem steht der Sinn nach weiterem Blutvergießen. In diesen schwierigen Zeiten trifft Ulric, der Sohn des Königs, selbst nur mit knapper Not dem Tod entgangen, einen mysteriösen Fremden.


Dieser stellt sich dem Jungen als Bruder Jules vor, Anhänger der Tjured-Kirche, einer großen Religionsgemeinschaft aus dem Süden, die den Menschen im hohen Norden vollkommen unbekannt ist. Der undurchsichtige Jules erzählt Ulric, dass seine Religion einen Mann verehre, der vor vielen Jahren von den Elfen Albenmarks ermordet wurde. Zudem besitzt der seltsame Mönch eine ganze Reihe an Informationen, die er eigentlich gar nicht haben kann. Wer ist der Fremde?


In einer anderen Zeit trifft Bruder Guido, ebenfalls ein Mitglied der Tjured-Kirche, ebenfalls auf den undurchsichtigen Jules. Schnell muss der rechtschaffene Bruder Guido erkennen, dass Jules eine der größten Gefahren für den Orden und wahrscheinlich aller Menschen ist. Doch bevor er sein Wissen öffentlich machen kann, fällt Guido in die Hände Jules' und dieser verhindert auf makabre Art, dass er je über seine Entdeckung sprechen kann. Besteht noch Hoffnung für die Völker Albenmarks oder ist bereits alles verloren?


Spätestens mit "Tod in der Nachtzinne" empfiehlt es sich, zumindest die Folgen des zweiten Zyklus zu kennen. Ansonsten ist es nicht mehr möglich, dem aktuellen Geschehen zu folgen, da auch dieses Mal auf eine Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse verzichtet wird. Ebenfalls sollte man "Tod in der Nachtzinne" nicht einfach nur nebenbei hören, denn einmal mehr betreten viele neue Figuren die Bühne. Als ob das nicht schon genug wäre, ist die Handlung auf drei Zeitebenen und viele verschiedene Orte verstreut. Es bedarf also schon eines gewissen Maßes an Konzentration, um der komplexen Geschichte zu folgen. Wer sich darauf einlässt, wird mit der sicherlich liebevollsten und epischsten Bearbeitung eines Fantasy-Stoffs seit "Der Herr der Ringe" belohnt.


Figuren sind nicht nur bloße Schablonen, sondern offenbaren im Laufe des Zyklus neue Seiten und sorgen so zusätzlich für spannende Momente. Langeweile kommt in der Hörspielbearbeitung der Romane von Bernhard Hennen wirklich nie auf, immer wieder gibt es Geheimnis zu entdecken, neue Handlungsstränge, die sich entfalten, und unerwartete Winkelzüge in der Geschichte, die jeder Hörer, der sich für Fantasy-Storys begeistern kann, lieben wird. Dazu gibt es natürlich all jene Figuren, die eine fantastische Geschichte ausmachen, märchenhafte Wesen wie Elfen und Kobolde, bösartige Kreaturen, finstere Magie vor einer einzigartigen Kulisse, die wie eine alte Landkarte immer neue exotische Orte offenbart.


Wer nun jedoch denkt, Elfen und andere fantastische Wesen würden sich wie ihre Vorfahren in alten Märchen und Legenden aufführen, wird enttäuscht sein. Diese Elfen wirken oft unnahbar, arrogant und mit wenigen Ausnahmen immer darauf bedacht, nur die eigenen Interessen im Auge zu haben. Auch alle anderen Völker sind sehr authentisch und lebensnahe geraten und haben alles Märchenhafte abgeschüttelt.


Der Soundtrack, der auch jedem Hollywood-Blockbuster gut zu Gesicht stehen würde, wird in Nuancen geändert und durch einige neue Stücke ergänzt. Wie von allen bisherigen Folgen gewohnt, gibt es auch hier keinerlei Rohrkrepierer zu verzeichnen. Die Geräusche und Effekte wirken einmal mehr sehr homogen und fügen sich perfekt in das Gefüge aus Sprache und Musik ein und bilden das i-Tüpfelchen einer rundum gelungenen Produktion.


Bevor an dieser Stelle auf einzelne Sprecher eingegangen wird, sei erwähnt, dass "Die Elfen" auch auf diesem Gebiet eine Highend-Produktion darstellt. Viele bekannte Synchronsprecher geben sich hier die Klinke in die Hand und erwecken so Bernhard Hennens Figuren zum Leben. Neu im Ensemble sind der bereits aus vielen Hörspielen bekannte Helmut Krauss, der Bruder Guido verkörpert, einer tragischen Figur mit einem dunklen Geheimnis. Ihm gelingt es ohne Mühe, den Wechsel zwischen Niedergeschlagenheit und Kampfeswillen seines Charakters hervorzuarbeiten und zum Hörer zu transportieren.


Seien wir mal ehrlich, wenn es um die wirklich fiesen Charaktere in einem Hörspiel geht, fällt einem allenfalls eine Handvoll markanter Stimmen ein, denen man eine solche Performance zutraut. Mit "Tod in der Nachtzinne" kann man diese Liste um einen weiteren Namen ergänzen: Gerd Rigauer spielt die Rolle des Bruder Jules auf eine ganz eigene Art, die jedem schnell die tiefsitzende Boshaftigkeit dieser Figur offenbart. An dieser Stelle wird das Böse hörbar.


Auf jeden Fall sollte man zum besseren Verständnis den ergänzenden Text von Bernhard Hennen im Booklet lesen, der einige Andeutungen im Hörspiel verständlicher und transparenter macht. "Die Elfen" ist und bleibt eine der bestproduzierten Serien auf dem Markt und weiß mit einer epischen Geschichte von Gut und Böse zu begeistern. All jene, die immer noch nach einem würdigen Nachfolger von "Der Herr der Ringe" suchen, werden hier endlich fündig werden.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Folgenreich/Universal Music




 


 
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Wie schon beim Vorgänger legt Cross Cult auch zu "300: Rise of an Empire" ein schickes Artbook vor.
Der Tod steht ihnen gut!
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Die Menschheit steht am Abgrund. Die Zivilisation ist größtenteils zusammengebrochen. Südafrika ist einer der letzten sicheren Orte des Planeten.
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