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Gruselkabinett 77

Es gibt manche Orte, die nicht für Menschen bestimmt sind und deren Geheimnisse verborgen bleiben sollten. Diese Erfahrung muss auch der Amerikaner Steve Clarney bei seiner Reise in die arabische Wüste machen.

(C) Titania Medien/Lübbe Audio / Gruselkabinett 77 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEs gibt Geheimnisse auf dieser Welt, die niemals gelüftet werden sollten. Oft sind sie Gegenstand von Geschichten und Legenden, die hinter vorgehaltener Hand und erst spät in der Nacht erzählt werden. Einer solchen Geschichte begegnet auch der amerikanische Abenteurer Steve Clarney auf seinen gemeinsamen Reisen mit seinem treuen Begleiter Yar Ali. Im Jahr 1928 durchstreifen die beiden den Orient und die arabische Halbinsel und hören immer wieder von einem sagenumwobenen Edelstein, dem Feuer von Asshurbanipal. Viele kennen die Geschichte des wertvollen und unheilbringenden Diamants, doch niemand scheint wirklich Hinweise auf seinen Verbleib liefern zu können.


Dann endlich gelingt es ihnen, einen zwielichtigen Händler auswendig zu machen, der tatsächlich zu wissen scheint, wo man suchen muss. In den Weiten der Wüste soll sich die schwarze Stadt befinden, hinter deren Mauern das Feuer von Asshurbanipal zu finden sein soll. Doch der Schatzsucher und sein Weggefährte sind gewarnt, denn kaum einer ist von seiner Suche nach der Stadt der Teufel wieder zurückgekehrt. Clarney lässt sich davon jedoch nicht abschrecken und macht sich auf eine gefahrenvolle Reise in die Tiefen der Wüste.


Robert E. Howard ist ein gern gesehener Gast im Gruselkabinett, denn seine Geschichten bringen alle Zutaten mit, die eine gute Horrorstory benötigt. Bedrohliche, unheimliche Orte, einen spannungsgeladenen Plot und eine nicht zu unterschätzende Portion Gänsehaut. Wie bereits in "Besessen" wählt der Autor erneut einen äußerst exotischen Ort, als Hintergrund für seine Geschichte. Dieses Mal fiel seine Wahl auf die Arabische Wüste, in deren Weiten sich so manches furchtbare Grauen verborgen hält. Zeit seines Lebens zählte Howard zu den großen Verehrern von H. P. Lovecraft und sah in ihm sein großes literarisches Vorbild.


In nicht wenigen seiner Geschichten greift er den von Lovecraft erdachten Cthulhu-Mythos auf. Auch "Das Feuer von Asshurbanipal" ist in diesem Kosmos angesiedelt, immer wieder streut Howard in seine Geschichte Hinweise ein, die Kennern schnell vermittelt, wohin die Reise gehen wird. Da taucht das berühmte Necronomicon auf und auch der eine oder andere Bekannte aus den Büchern Lovecrafts findet sich ebenfalls hier wieder. Doch "Das Feuer von Asshurbanipal" ist nie eine Kopie des großen Vorbilds, sondern vielmehr eine Fortführung der Ideen von Lovecraft.


Edelsteine sind ein beliebtes Thema, wenn es um Flüche und dunkle Geheimnisse geht. Ein Motiv, das auch Howard sich zu Eigen macht, um seiner Horrorgeschichte die richtige Würze zu verleihen. Durch die Verquickung vieler Elemente aus Abenteuergeschichten mit Horrorelementen wird dieses Hörspiel zu einer unterhaltsamen Angelegenheit, die den Hörer an einen Schauplatz entführt, der bisher eher selten in Erscheinung trat. Das Geschehen wird geradlinig in Szene gesetzt, man konzentriert sich auf einen Erzählstrang und verzichtet auf Nebenschauplätze, was dem Tempo der Erzählung deutlich spürbar zugutekommt. Die Dialoge fallen nie zu lang aus und wechseln sich mit actionreicheren Szenen ab. Keine Frage, "Das Feuer von Asshurbanipal" hat sich einen Platz im obersten Drittel der Serie verdient.


Nie lebt eine Geschichte allein von seinem Inhalt, sondern auch davon, wie er interpretiert wird. Für die Rolle des Steve Clarney, einem amerikanischen Vagabunden und Schatzsucher, dürfte es wohl keine bessere Besetzung geben als Wolfgang Pampel, der bereits dem berühmten Indiana Jones seine Stimme lieh und auch hier eine äußerst ansprechende Figur macht. Ihm gelingt es scheinbar problemlos, den hemdsärmeligen und furchtlosen Abenteurer zu geben, genau, wie es für eine solche Story angemessen ist. Ihm zur Seite stehen erfahrene Hörspielveteranen wie David Nathan (Johnny Depp), Friedrich Georg Beckhaus und Tayfun Bademsoy, die auch in "Das Feuer von Asshurbanipal" ihr ganzes Können unter Beweis stellen. Es ist immer wieder beeindruckend, wie viele gute Stimmen im "Gruselkabinett" bereits ihr Talent zeigen konnten und es den Produzenten immer wieder gelingt neue, ansprechende und außergewöhnliche Sprecher zu verpflichten.


Die Musikstücke versprühen genau die Art von Exotik, wie sie für ein Hörspiel wie dieses notwendig ist, um den Alltag vergessen zu machen. Daneben gelingt es mithilfe der Instrumentierung, insbesondere in der schwarzen Stadt, eine bedrohliche Kulisse zu erschaffen. Hier gibt es wieder einmal eine perfekte Symbiose zwischen Musik und gesprochenen Wort zu bestaunen. Die 77. Folge wird von einer sehr stimmigen Arbeit von Ertugul Edirne veredelt, das in dunklen, roten und gelb Tönen gehalten ist und ebenfalls eine unheimliche Ausstrahlungskraft versprüht. "Das Feuer von Asshurbanipal" präsentiert das Gruselkabinett wieder in gewohnter Qualität. So macht Gruseln Spaß!


# # # Justus Baier # # #



Publisher: Titania Medien/Lübbe Audio





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