Der Charme des Nordens hat schon so manchen, aus südlicheren Gefilden Kommenden eingefangen und zum Bleiben bewegt. Hilke Wilhelmsen ist sogar einen Schritt weitergegangen: In Kiel geboren, wuchs sie noch weiter nördlich in Sylt auf. Ihr Studium führte sie schließlich zurück in die Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein, deren reichhaltige Geschichte sie schließlich dazu veranlasste, historische Fakten im Rahmen eines Hörspiels zu präsentieren. Leichter gesagt als getan, sollte das Leben in Kiel zur Zeit seiner Mitgliedschaft im norddeutschen Städtebund der Hanse zwischen 1283 und 1518 doch trotz profundem Wissen nicht als trockene Materie, sondern kurzweilig und für alle Altersklassen geeignet umgesetzt werden. Das Ergebnis war "In den Fängen der Hanse – Von den Kieler Burspraken", die Wilhelmsen mit mehr als 20 Sprechern realisiert und auf eigene Faust herausgebracht hat.Die Rahmenhandlung des auf zwei Silberlinge gepackten Hörspiels bildet die Lebensgeschichte von Henric Willenbrook. Wir begegnen ihm, als er gemeinsam mit seinem Enkel Gero über den von allerlei Händlern und Spielmannsleuten belebten Kieler Umschlag schlendert. Auf Drängen des Jungen erzählt der angesehene Ratsherr über seine aufregende Vergangenheit als Sohn eines Kaufmanns, der widerwillig die Nachfolge seines Bruders Peter antreten muss. Dieser ist 1392 beim Transport von Handelswaren in die Heimatstadt Lübeck von Räubern überfallen und getötet worden, und der 14-jährige wird von seinem Vater zu einem Kontor nach Bergen zur Kaufmannslehre geschickt. Gemeinsam mit seinem Gefährten Erik erlebt er das raue und anstrengende Leben in dieser Niederlassung der Hanse mit ihren eigenen Regeln und Sitten. Dazu gehören auch strenge Strafen bei Fehlern, was Erik durch das sogenannte "Rauchspiel" zu spüren bekommt – mit tödlichen Konsequenzen. Henric entschließt sich zu fliehen und schmuggelt sich selbst in einem Fass auf das Bord einer Kogge, die kurz darauf ablegt.
Das Segelschiff wird jedoch von Gödeke Michels und seinen Piraten überfallen. Gemeinsam mit dem nicht minder legendären Klaus Störtebeker sind sie Mitglieder der "Vitalienbrüder", die die von den Dänen eingeschlossene Festung Stockholm mit Nahrungsmitteln versorgen. Mit einem Kaperbrief des Herzogs von Mecklenburg in der Tasche darf man Handelsschiffe ausrauben, was allerdings nach einem Vorfrieden zwischen den verfeindeten Parteien ungültig wird. Die Männer sind nun vogelfrei und vom Zugriff der Hanse bedroht. Henric schlägt sich nach Kiel durch, wo er nicht nur die örtlichen Verhaltensregeln, die "Kieler Burspraken", kennenlernt, sondern auch eine erfolgreiche Karriere als Geschäftsmann einschlägt. Ava, die Tochter seines Gönners Enno Velten, hat es ihm angetan, doch dem jungen Glück stehen die Intrigen des zwielichtigen Gesellen Giselbert im Weg. Und so kommt es, dass Henric von seiner Vergangenheit als Pirat eingeholt wird…
In rund 120 Minuten Laufzeit entsteht eine lebendige mittelalterliche Welt vor den Augen des Zuhörers, die es gekonnt schafft eine Menge historischer Fakten zu präsentieren, ohne belehrend aufzutreten. Das Leben in Kiel und den Städten der Hanse sowie die Situation in der Ostseeregion im frühen 15. Jahrhundert wird in einen kurzweiligen fiktiven Lebenslauf eingebunden, der es ermöglicht, viele verschiedene Orte und deren Geschichte abzuklappern – auch wenn bei den Passagen um Störtebeker und Michels Geschichte wieder einmal klar wird, dass Legende und Geschichte wohl für immer unauflösbar ineinander verwoben sind. Die Sprecher um Matthias Wilms (als alter Henric) und Felix Zimmer (als junger Henric) machen ihren Job im Großen und Ganzen sehr gut, nur manchmal schwingt etwas zu gekünstelte Inbrust in den Dialogen mit. Abgesehen von den beiden Kampfszenen, davon eine ausgerechnet gleich zu Beginn, die zu hölzern rüberkommen, gibt es aber nichts zu meckern an der Produktion, die auch gelungene musikalische Einlagen bietet. "In den Fängen der Hanse" ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie Edutainment auszusehen hat und ein toller Erstling von Hilke Wilhelmsen.
# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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