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Comic-Review: Negative Happy Chainsaw Edge (Tokyopop)

Damit Weihnachten nicht allzu besinnlich wird, lässt der böse schwarze Mann ordentlich die Kettensäge rotieren.

(C) Tokyopop / Negative Happy Chainsaw Edge / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWer war nicht schon selbst in derselben Situation? Da schlendert man, geplagt von trüben Gedanken, durch die Straßen, und entdeckt plötzlich ein auf dem Boden kauerndes Mädchen. Bei Minustemperaturen versteht sich, denn der Heilige Abend ist nicht mehr allzu lange entfernt. Jedenfalls verrät die junge Dame dass sie auf ihren Feind lauert. Und prompt taucht dieser auch schon auf: Bekleidet mit einem langen schwarzen Mantel, bewaffnet mit einer Kettensäge. Zugegeben, so alltäglich ist die Szene dann doch nicht, in die der junge Highschooler Yosuke hier geraten ist, als er auf Eri trifft.


Die hübsche Bekanntschaft kämpft seit längerem gegen den mächtigen Gegner, der offenbar unbesiegbar ist und sich vor einer drohenden Niederlage immer aus dem Staub macht. Yosuke wittert seine Chance, seinem faden Alltagsleben zu entfliehen und bietet seine Hilfe an. Eri ist zunächst wenig begeistert von ihrem neuen Mitstreiter und dessen tollpatschigem Verhalten, das nicht nur sein Leben in Gefahr bringt. Die beiden raufen sich jedoch zusammen und schon bald scheint die Kraft des Kettensägenmannes allmählich zu schwinden – bis Yosuke die Nachricht erhält, dass er aus dem Schulwohnheim zurück zu seinen Eltern ziehen soll.


Man kann den Begleitworten von Tatsuhiko Takimoto, dem Autor der Romanvorlage von "Negative Happy Chainsaw Edge", im Großen und Ganzen getrost zustimmen, wenn er die Umsetzung von Zeichner Junichi Saiki lobt. Sieht man vom teilweise allzu grotesk gezeichneten "Mundwerk" seiner beiden Hauptfiguren ab, unterstützt er die interessante Handlung mit solider Arbeit. Takimoto liefert eine lesenswerte Variation des klassischen Konflikts zwischen biederem Philistertum und dem Verlangen, die wertvolle Lebenszeit mit Freunden und den Liebsten auszukosten, dem er Yosuke aussetzt. Mit zurückgeschraubtem Action-Anteil ausgestattet, hat er so eine kleine, feine Parabel über ein nur allzu menschliches Dilemma geschaffen – wenn es auch einer gewissen Ironie nicht entbehrt, dass er sich selbst über längere Zeit als "Hikikomori" von der Außenwelt abgeschottet hat.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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Strikter Kaufbefehl.
Wer nicht nur sein Schimpfwortvokabular aufpolieren, sondern auch eine verteufelt lustige Geschichte voll Blasphemie und Zynismus lesen will, sollte (wieder) zugreifen.
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