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Comic-Review: Arawn 1 (Splitter)

Ronan Le Breton und Sébastien Grenier lassen den Teufel aus dem Nähkästchen plaudern… und schenken uns eine großartige Erzählung.

(C) Splitter Verlag / Arawn 1 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken"Die Hölle ist leer, alle Teufel sind hier!", ließ einst William Shakespeare in seinem Theaterstück "Der Sturm" verlauten. Manch ein Pessimist ist angesichts des Weltgeschehens sicherlich geneigt, dem guten Mann zuzustimmen, doch zumindest im vorliegenden Fall trifft das nicht ganz zu. Denn Arawn, der titelgebende Charakter einer vorerst auf vier Bände ausgelegten Serie bei Splitter, ist unumstrittener Herrscher der Hölle. Bei einem Rundgang durch sein Reich, begleitet vom sprechenden Kopf eines ehemaligen Mitstreiters, sinniert er über seine Geschichte und lässt sein Leben beziehungsweise sein Leben vor dem Tod Revue passieren. Alles beginnt mit der stolzen Kriegerin Siamh, die von einem menschenfressenden Riesen angegriffen und von Dag und seiner magischen Axt gerettet wird. Die beiden teilen Tisch und Bett miteinander und können sich alsbald über Zwillinge freuen.


Das Glück währt jedoch nicht lange, denn eines Tages taucht der mysteriöse Bran auf und bittet um Unterkunft. Als Dank schmiedet er einen mächtigen Kessel für seine Gastgeber, bringt dann jedoch Dag um und vergewaltigt Siamh. Sie enthauptet ihn schließlich und lässt das Schicksal entscheiden, ob sie die schändliche Leibesfrucht austragen soll. Es werden ihr wiederum zwei Söhne geboren, so die Weissagung, und einer von ihnen sei dazu bestimmt ein Gott zu werden. Die letzte Prophezeiung, dass ihre vier Kinder sich gegenseitig bekriegen würden, verschweigt sie wohlweislich ihren Söhnen Math, Kern, Engus und Arawn. Letzterer wird ohne Geschlechtsteil geboren und von Siamh ausgesetzt, doch von der Wölfin Sorjha gesäugt und in der Jagd unterrichtet. Schließlich kommt der Tag, an dem jeder der vier eine Prüfung zu bestehen hat, um an mächtige Waffen ihres Vaters zu gelangen. Arawn sinkt auf den Grund des Meeres und kehrt nicht nur als Mann wieder zurück…

 
Von der ersten bis zur letzten Seite wird man im Auftaktband "Bran der Verdammte" in ein Szenario hineingezogen, das nicht nur mit einem tollen Fantasy-Setting punkten kann. Die Story wird weniger durch die sparsam eingesetzten Dialoge getragen, sondern durch die in berührende und gleichzeitig kraftvolle Worte gesetzten Gedanken des Erzählers. Ronan Le Bretons Texte im Gleichklang mit dem kongenialen Artwork machen das Lesen zum Genuss. Sébastien Grenier hat großartige Arbeit geleistet und beeindruckt mit starken Bildern, die sowohl die teils märchenhaften Schauplätze als auch die Sphären der Hölle in das rechte Licht beziehungsweise Finsternis zu rücken vermögen. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Seiten auf sich wirken zu lassen! So könnte man beispielsweise Gefahr laufen, gleich zu Beginn ein witziges Detail inmitten der grimmigen Atmosphäre zu übersehen: Wie um alles in der (Unter-)Welt sind die Schädel von Aliens und Predators sowie eines stark an DCs Superrüpel Lobo erinnernden Mannes in die Trophäensammlung von Arawn gelangt?



# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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Strikter Kaufbefehl.
Wer nicht nur sein Schimpfwortvokabular aufpolieren, sondern auch eine verteufelt lustige Geschichte voll Blasphemie und Zynismus lesen will, sollte (wieder) zugreifen.
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