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Book-Review: Dunkles Blut (Manhattan)

Eine Reise in den Abgrund unserer Gesellschaft und ebenso spannender wie düsterer Thriller, der den Leser gefangennimmt.

(C) Manhattan Verlag / Dunkles Blut / Zum Vergrößern auf das Bild klickenStuart MacBride legt mit "Dunkles Blut" bereits den sechsten Roman aus seiner Reihe um Sergeant Detective Logan McRae aus Aberdeen vor. Obwohl er mit damit das halbe Dutzend an Storys mit McRae als Protagonisten vollmacht, ist auch dieses Buch wieder ein wahrer Pageturner geworden. Auffällig an der Geschichte ist allerdings der stark rückläufige Anteil an manchmal auch abartigem Humor, was in der Vergangenheit so etwas wie ein Markenzeichen der Thriller aus dem Nordosten des Inselstaates war. Zwar wird auch der sechste Beitrag der Reihe wieder von einer ganzen Flut seltsamer und skurriler Figuren bevölkert, doch es geht deutlich ernster zur Sache als in den anderen Romanen des Schotten. Sicherlich ist dies dem doch sehr düsteren Plot geschuldet, der humorige Einlagen eher unpassend erscheinen lässt.


Irgendwie scheint das Leben von McRae langsam aber stetig den Bach runterzugehen. Sein Therapeut rät ihm, endlich über die traumatischen Erfahrungen aus der Vergangenheit zu sprechen, seine Freundin wirft ihm vor zu wenig Zeit für sie und eine Beziehung übrig zu haben und seine direkte Vorgesetzte legt ihm nahe, mit dem Trinken aufzuhören. Zudem entwickelt sich Logan zu einer Art Stammgast bei der internen Dienstaufsicht, die ihn scheinbar auf dem Kieker zu haben scheint. Doch als wenn er nicht bereits genug mit seinen privaten Baustellen zu tun hätte, schustern die englischen Polizeibehörden ihren schottischen Kollegen auch noch einen brutalen Serienvergewaltiger zu, der sich auf hilflose Rentner spezialisiert hat. Die Ankunft des ungeliebten Gastes in Aberdeen ist der Auftakt für eine scheinbar ganze Welle von brutalen Verbrechen. Die Polizei sieht sich zum Handeln gezwungen, wenn man verhindern will, dass die angespannte Stimmung in der Stadt nicht explodiert und weitere Opfer zu beklagen sind.


"Dunkles Blut" zeigt innerhalb der Reihe keinerlei Ermüdungserscheinungen und es gelingt Stuart MacBride, seiner Hauptfigur neue Facetten abzugewinnen, die dem Leser ein vielschichtigeres Bild von Logan McRae liefern als dies bisher der Fall gewesen ist. Zu den inneren und äußeren Konflikten kombiniert der Autor mehrere Fälle hinzu, die der chronisch überlasteten Aberdeener Polizei alles abverlangen. Geschickt werden einige scheinbar unzusammenhängende Ereignisse miteinander in Verbindung gebracht, bis die einzelnen Puzzleteile ineinandergreifen und das große Gesamtbild enthüllen. Dies geschieht auf eine äußerst spannende Art und Weise, so dass man dieses Buch nur schwer aus der Hand legen kann. Hinzu gewährt uns MacBride einen eindringlichen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt des Serienvergewaltigers Richard Knox, sodass es einem eiskalt den Rücken hinunter läuft. "Dunkles Blut" weist alles vor, was ein spannender und moderner Thriller an Zutaten benötigt. Faszinierende Figuren mit Ecken und Kanten, angereichert mit einem nervenaufreibenden Plot und zum guten Schluss mit einem ansprechenden Schreibstil garniert. Viel mehr Thrill geht nicht!



# # # Oliver Fleischer # # #





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Strikter Kaufbefehl.
Wer nicht nur sein Schimpfwortvokabular aufpolieren, sondern auch eine verteufelt lustige Geschichte voll Blasphemie und Zynismus lesen will, sollte (wieder) zugreifen.
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