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Comic-Review: All-Star Superman (Panini)

Die Geschichte über den letzten Kampf des "Stählernen" aus der Feder von Grant Morrison ist jetzt erstmals in einem Band zu haben.

(C) Panini Comics / (C) Panini Comics / Zum Vergrößern auf das Bild klickenGeht es nach Panini, scheinen Erzählungen über das Ende von DC-Superhelden gerade Hochkonjunktur zu haben – zu dieser Feststellung könnte man versucht sein, haben die Stuttgarter doch erst kürzlich mit Alan Moores berührendem Schwanengesang auf Superman, "Was wurde aus dem Mann von Morgen?", und Neil Gaimans nicht weniger fantastischer ultimativer Batman-Story "Was wurde aus dem Dunklen Ritter?" zwei moderne Klassiker veröffentlicht. In eine ähnliche Kerbe schlägt DC-Überautor Grant Morrison gemeinsam mit seinem bewährten Kollabopartner Frank Quitely bei "All-Star Superman". Die zwölfteilige Maxiserie ist mit einigen Verzögerungen in einem Zeitraum von fast drei Jahren von 2006-2008 in den USA und hierzulande in sechs Bänden im Prestige-Format erschienen – gut Ding braucht eben Weile. Anlässlich zum DVD-Release des darauf basierenden gleichnamigen Animationsfilms ist die Story jetzt auch in einem fast 300 starken Sammelband erhältlich.


Es beginnt mit einer scheinbaren Routine-Rettungsaktion von Superman: Die erste bemannte Sonde, die unter dem Kommando des exzentrischen Wissenschaftlers Leo Quintum Proben der Sonne entnehmen soll. An Bord befindet sich eine genetisch erzeugte Bombe in Menschenform, die gezündet wird und droht die Crew zu töten. Superman eilt zu Hilfe und bekommt dabei ein extremes Maß an Strahlung ab, die selbst für seinen mächtigen Körper gefährlich ist. Wie Untersuchungen kurz darauf zeigen, wendet sich seine eigene Kraft, Sonnenenergie zu speichern, gegen ihn: Die solare Überdosis lässt seine Zellen überhitzen und platzen, der Tod scheint unausweichlich.


Eingefädelt hat das tödliche Szenario Supermans Erzfeind Lex Luthor, der im Gefängnis auf seinen Prozess wartet und schließlich zum Tod durch den elektrischen Stuhl verurteilt wird. Sein Ziel glaubt er erreicht zu haben, und tatsächlich macht sich sein Gegner auf das unvermeidliche Ende gefasst. Zuvor jedoch müssen noch einige Dinge erledigt werden, die keinen Aufschub mehr dulden. Dazu gehört unter anderem, seiner angebeteten Reporterkollegin Lois Lane seine Geheimidentität zu offenbaren, was sich allerdings als gar nicht so einfach erweist. Darüber hinaus misst sich Superman mit den zwei mythischen Nervensägen Samson und Atlas, wird durch schwarzes Kryptonit kurzfristig böse, bekommt Ärger mit dem Parasiten bei seinem Besuch als Clark Kent bei Lex Luthor in Stryker’s Island oder sitzt mit dümmlichen Bizarros im Unterversum fest. Und das alles, während seine Kräfte langsam aber sicher schwinden.


Für sein stählernes Magnum opus hat Grant Morrison ordentlich in mehr als sechs Jahrzehnten Supie-Historie gekramt und eine Geschichte gebastelt, die uns den größten aller Superhelden mit einer Menschlichkeit und Güte nahe bringt, wie sie in den letzten Jahren selten einem Autor geglückt ist. Die ewige Frage, wie man einen nahezu unverwandbaren, unsterblichen Charakter töten kann, rückt hier völlig in den Hintergrund und ist wenn überhaupt nur für Hardcore-Nerds von Interesse – und eigentlich auch nicht sonderlich kreativ gelöst, aber darum geht es auch nicht. Viel spannender ist es zu beobachten wie Morrison die verschiedensten Versatzstücke bekannter Charaktere und Ereignisse zu einem runden Ganzen zusammenfügt und es so etwa mit dem Auftauchen des "One Million"-Superman schafft sich selbst zu zitieren. Für Insider hat er wie immer einiges zum Entdecken eingebaut, für Superman-Novizen gibt es aber keine Hindernisse dem Geschehen zu folgen. Die Zeichnungen von Frank Quitley sind gewohnt großartig und setzen den "Mann aus Stahl" je nach Stimmung wahlweise kräftig austeilend, nachdenklich oder verletzlich in Szene. "All-Star Superman" ist auch für Leser, die mit den DC-Helden nichts anfangen können, auf jeden Fall einen Blick wert.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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Strikter Kaufbefehl.
Wer nicht nur sein Schimpfwortvokabular aufpolieren, sondern auch eine verteufelt lustige Geschichte voll Blasphemie und Zynismus lesen will, sollte (wieder) zugreifen.
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