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Comic-Review: Marvel Exklusiv 89 (Panini)

Ed Brubaker, Steve Epting und die legendären Superhelden aus der Frühzeit der Marvel Comics: We're Gonny Party Like It's 1939!

(C) Panini Comics / Marvel Exklusiv 89 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWährend sich in unseren Breiten die Wehrmacht daran machte, den halben europäischen Kontinent zu besetzen, erschien jenseits des Atlantiks ein Heft des neuen Verlags Timely Publications in den Zeitungsständern. "Marvel Comics" prangte im Herbst 1939 auf dem Cover der Erstausgabe des Titels, der, so wie der spätere ewige Konkurrent DC bereits ein Jahr zuvor, Superhelden als Comic-Charaktere präsentierte. Die erste, androide Human Torch, der maskierte Verbrecherjäger Angel und der den Menschen anfangs feindlich gesinnte Namor the Sub-Mariner erlebten von nun an in ihre Abenteuer und sorgten für reißenden Absatz. Mit dem ersten Auftritt des amerikanischsten aller Superhelden, Captain America, bereits ein Jahr vor dem Angriff auf Pearl Harbor zeigten die Timely-Künstler künstlerisch die Zähne gegen den Faschismus.


Das junge Genre blühte förmlich auf und brachte unzählige illustre Helden hervor, bis am Ende des Jahrzehnts schließlich das Interesse an ihnen erlahmte. Aus Timely wurde Atlas und schließlich Marvel Comics, bei dem zu Beginn der 1960er Jahre das legendäre Duo Stan Lee und Jack Kirby ein wahres Kreativfeuerwerk zündete. Der Rest ist Geschichte, doch haben die Anfänge der Superhelden bis heute nichts von ihrer Faszination verloren. Mark Waid und Alex Ross warfen in ihrer kongenialen Graphic Novel "Marvels" bereits 1994 einen Blick auf das Auftauchen der Heroen, damals aus der Perspektive des kleinen Mannes.


Ed Brubaker, Crime-Spezialist und aktuell eines von Marvels heißen Eisen im Feuer, erzählt im jetzt auf Deutsch vorliegenden "Marvels-Projekt" von der Frühphase des Superhelden-Zeitalters, diesmal geschildert aus der Sichtweise von Thomas "Angel" Halloway. Seine Erlebnisse bei der Jagd auf Nazi-Kollaborateure, die das geheime Superhelden-Projekt der USA sabotieren wollen, werden mit den klassischen Abenteuern der Human Torch, Namor und Captain America sowie Undercover-Kämpfern wie John Steele und Nick Fury verknüpft. Die bis dahin allenfalls losen Zusammenhänge innerhalb der frühen Timely-Storys erhalten dadurch einen neuen Anstrich und eine ungeahnte Tiefe.


Durch die Einbindung des Angel als Erzähler des Epos kann Brubaker auch seine gewohnte Crime-Note ausspielen, der die Geschichte erdet und dadurch erst recht faszinierend geraten lässt. Sein Partner bei "Captain America", Steve Epting, liefert dazu das perfekte Artwork, das kombiniert mit Dave Stewarts Farbgebung die pulpige Luft der Vorlage regelrecht zu atmen scheint. Entstanden ist somit eines jener Werke, das die Quintessenz der "Marvels" perfekt zusammenfasst und ansonsten einfach ein verdammt guter Comic ist.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #




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Strikter Kaufbefehl.
Wer nicht nur sein Schimpfwortvokabular aufpolieren, sondern auch eine verteufelt lustige Geschichte voll Blasphemie und Zynismus lesen will, sollte (wieder) zugreifen.
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