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Comic-Review: Deadpool Sonderband 2 (Panini)

Doppelt hält besser, doch fünffach hält am besten! Bühne frei für das Deadpool Corps, seines Zeichens wohl das schwachsinnigste Team-Up aller Zeiten!

(C) Panini Comics / Deadpool Sonderband 2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenUnsere Breiten dürften ein fruchtbarer Boden für Mr. Wade Wilson sein. Mit seinen ersten eigenen Abenteuern in den Nummern 33-35 der "Marvel Monster Edition" und den beiden amüsanten Bänden "Deadpool – Der Söldner mit der großen Klappe" schickte sich Panini an, die Stimmung unter den Fans bezüglich des durchgeknallten Mutanten zu testen. Das Ergebnis ist offenbar derart positiv ausgefallen, dass wir uns seit einigen Monaten nicht nur über eine regelmäßige Heftserie freuen können, sondern auch über weitere Paperbacks. Nach "Weiber, Wummen & Wade Wilson!" geht es nun mit dem Auftakt zur Maxiserie "Deadpool Corps" los. Im Vorfeld dazu erschienen in den Vereinigten Staaten im März 2010 ganze fünf Prelude-Nummern, die von ebenso vielen Zeichnern gestaltet wurden. Als Autor fungierte ebenso wie in der Hauptserie Victor Gischler, dem wir auch den oben genannten ersten Band verdanken. Am Schluss seiner dortigen, gewohnt irren Erlebnisse wurde Deadpool vom Beobachter beschieden, dass nur er das bedrohte Multiversum retten könne.


Hier erhebt sich die Frage, wie unser liebenswert durchgeknallter Psychopath das bloß anstellen soll? "With A Litte Help From My Friends" natürlich. Was Joe Cocker kann, kann Wade Wilson schon lange, und trommelt daher vier Versionen seiner selbst aus vier verschiedenen Dimensionen zusammen. Den Anfang macht die resolute Lady Deadpool, die in ihrer Welt gemeinsam mit den Rebellen gegen einen gewissen General America kämpft. Mit Unterstützung von Deadpool, dem sie sich anschließt, gelingt es, dem patriotischen Schildträger ordentlich eins auf die Mütze zu geben und sich aus dem Staub zu machen. Weiter geht die Reise zu Kidpool, einem pubertierendem Rotzlöffel, der in Charles Xaviers Institut Mitschüler und Lehrer mit seinen Macken in den Wahnsinn treibt und sich auch vom Arrest nicht davon abhalten lässt, den Schulball grandios zu ruinieren. In der nächsten Parallelwelt wartet Dogpool, geschaffen durch ein schief gelaufenes Kosmetikexperiment, auf seine Abholung, und zu guter Letzt treffen wir den aus "Marvel Zombies" Teil 3 und 4 bestens bekannten Headpool wieder, der das Corps komplettiert. Dann steht einem glorreichen Abenteuer nichts mehr im Wege, oder?


Fünf verschiedene Zeichner für fünf verschiedene Hefte, das kann auf den ersten Blick nicht gutgehen. So ist man im Vorfeld versucht zu sagen, doch bekommen das die Preludes überraschenderweise gut hin. Rob Liefelds gewohnt grimmige Gesichter passen hervorragend in die von einem faschistischen Regime bedrohte Bürgerkriegswelt einer alternativen USA, während Dogpool vom cartoonigen Stil Philip Bonds profitiert. Der berühmte Whilce Portacio liefert hier eine der besten und entspanntesten Zeichnungen seit langem ab, die deutlich über dem Niveau seines vor kurzem erschienenen Runs bei "Uncanny X-Men" anzusiedeln sind. Paco Medina ist ohnehin kein Unbekannter in Sachen Deadpool, während Kyle Bakers Arbeit wie ein schräger LSD-Trip daherkommt. Die Story gerät hier fast schon zur Nebensache, denn wann hat man schon die Gelegenheit, einen notgeilen Professor Xavier zu erleben, der sich mit blondem Haartoupet an die White Queen ranmacht? Alleine diese Szene ist schon ihr Geld wert, und so gibt sich Victor Gischler eigentlich keine Blöße. Die Gagdichte ist gewohnt hoch, lediglich das letzte Kapitel fällt stark ab. Nichtsdestotrotz eine gelungene Deadpool-Lektüre. An alle Stimmen im Kopf: Zugreifen!



# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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Strikter Kaufbefehl.
Wer nicht nur sein Schimpfwortvokabular aufpolieren, sondern auch eine verteufelt lustige Geschichte voll Blasphemie und Zynismus lesen will, sollte (wieder) zugreifen.
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