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Comic-Review: Horst 4 (Panini)

Mit gewohnt erotischen Erlebnissen beschließt der ewig geile Herr Bruckner aus der Feder von Geier und Robi sein vierteiliges Comeback.

(C) Panini Comics / Horst 4 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenKaum zu glauben, aber vor uns liegt tatsächlich die letzte Ausgabe von Horsts frivolen Abenteuern. Damit endet ein (publizistischer) Weg, der seinen Ausgang im weit entfernt scheinenden Jahr 2000 genommen hat. Als Schöpfer zeichneten Jürgen "Geier" Speh und Rochus "Robi" Hahn verantwortlich, Insidern bis dahin vor allem durch ihre Arbeiten für das kultige Comic-Magazin "Menschenblut" bekannt, das ab 1982 zunächst im Eigenverlag erschien. Bevor es bei Eisenfresser Comix neu aufgelegt wurde und sich zu einer der bedeutendsten Unterground-Talenteschmieden in Deutschland mauserte, musste man sich noch mit leidigen Indizierungen durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften auseinandersetzen. Nach dem Ende der Serie 2001 fanden Geier und Robi vornehmlich beim Eisenfresser-Schwesternlabel Schwarzer Turm eine neue Heimat und starteten die in insgesamt 14 Ausgaben erschienene Serie "Horst", die durch vereinzelte Abdrucke im deutschen "Wizard"-Pendant "Hit Comics" auch den Mainstream-Lesern vorgestellt wurde.


Den Auftakt des vierten Bands bestreitet eine zu gewissen Teilen an Robis RTL-Moderatorenkarriere angelehnte Episode über Horsts Pseudonym "Horst Brack, der Bestrafer", der wie sein reales Ebenbild gemeinsam mit einem Kollegen Wrestlingkämpfe moderiert und zumindest in diesem Fall auch selbst in den Ring steigt. Unter den längeren Geschichten, wie immer von kurzen "Quickies" unterbrochen, sticht natürlich "Der Rückfall" heraus, bei dem wir unseren armen Hasen in einer Selbsthilfegruppe wiederfinden. Hier will er sich endlich von seiner lästigen Sexsucht befreien und Trost und Hilfe bei Gleichgesinnten suchen, doch kommt dem hehren Vorsatz wieder einmal der schnöde Mammon in die Quere. Und zwar in Form eines Honorars für die TV-Wiederholung der Filmadaption seines Buchs "Der Hosenkavalier", die unverhofft Geld in die Kasse spült. Selbstverständlich wirft Horst alle guten Vorsätze über Bord, denn so etwas muss natürlich ausgiebig in diversen einschlägigen Etablissements gefeiert werden. Leider erweist sich der Weg zum Höhepunkt diesmal aber als besonders verzwickt.


Mit "Umschwärmt!" findet die Horst-Saga ihr kurzweiliges Ende und hinterlässt im Buchregal vier Bände, die der geneigte Comic-Fan keineswegs schamvoll verstecken muss. Über weite Strecken ein unterhaltsamer Lesespaß, geht es im Grunde doch nur darum, dem Leser (und hoffentlich auch der einen oder anderen Leserin) einen Spiegel vorzuhalten. Über peinliche Sexabenteuer, marihuanageschwängerte Abende und Beziehungsprobleme kann schließlich so mancher klagen – wie real und aus dem Leben gegriffen "Horst" tatsächlich sein kann, beweist diesmal vor allem die Geschichte mit Dunja. Wer musste sich nicht schon mal mit einer psychisch angeknacksten Angebeteten herumschlagen? Das macht den wahren Reiz und Humor der Schöpfung von Geier und Robi aus. Zeitgenossen, die Horsts Abenteuer dann noch immer besserwisserisch als plumpe sexistische Pamphlete abtun wollen, können wohl auch die zwölf Gebote für eine harmonische Paarbeziehung nicht mehr versöhnlich stimmen, die im Vorwort präsentiert werden. Die sind nämlich sehr realitätsnah und liebevoll formuliert, wenn auch nicht jeder die Regel "Puffbesuch statt Fremdgehen" unterschreiben würde…



# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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Strikter Kaufbefehl.
Wer nicht nur sein Schimpfwortvokabular aufpolieren, sondern auch eine verteufelt lustige Geschichte voll Blasphemie und Zynismus lesen will, sollte (wieder) zugreifen.
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