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Comic-Review: Lustiges Taschenbuch Premium 1 (Ehapa)

Superhelden sind von Gestern – jetzt kommen die "Ultrahelden"! Entenhausens versammelte Heroen stellen sich den üblen Machenschaften der "Bösen 7" entgegen.

(C) Egmont Ehapa Verlag / Lustiges Taschenbuch Premium 1 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenErinnert sich noch jemand an die Mutmaßungen anno 2009, die uns Marvels Übernahme durch Disney beschert hat? Vom Auftauchen von Micky Maus & Co. in den Abenteuern der X-Men, Rächer und ihren Heldenkollegen bis hin zu spaßigen Fan-Artworks mit Verschmelzungen von Charakteren beider Konzerne wurde ebenso fleißig spekuliert wie gelästert. Die Fans mussten sich jedoch im Endeffekt keine Sorgen machen, denn angekündigte Revolutionen treten bekanntermaßen nicht ein. Spidey spinnt sein Netz in den Häuserschluchten von New York wie gewohnt und auch Entenhausen steht noch – bis auf die zugegeben coole Idee, anlässlich der Kinopremiere von "Tron: Legacy" den Titelbildern einiger Marvel-Serien ein Tron-Design zu spendieren, hat sich die Übernahme in Bezug auf das allmonatliche Comic-Futter nicht allzu bemerkbar gemacht. Wenn man nun aber den ersten Band der neuen "Premium"-Reihe der Lustigen Taschenbücher in die Hand nimmt, könnte man glauben dass die Fusion zwischen Enten, Mäusen und (über)menschlichen Superhelden doch noch geschehen ist. Weit gefehlt – die Geschichten der "Ultrahelden", die der 376 Seiten stark Band umfasst, sind bereits im Frühjahr 2008 in Italien erschienen.


Den Kern des mit silbernen Schriftzügen edel aufgemachten Schmökers bildet die acht Kapitel plus Prolog starke "Ultrahelden"-Saga, die wie so oft mit dem Versuch der Panzerknacker beginnt, Onkel Dagobert auszurauben. Der Coup geht allerdings mächtig schief, denn der Duck’sche Geldspeicher wird plötzlich mitten in den Dschungel teleportiert. Dahinter stecken die "Bösen 7", ein Schurkenteam bestehend aus Professor H (alias Hugo Habicht), dem Schwarzen Phantom, Krake Karlo (alias Kater Karlo), Ruin (alias Klaas Klever), Spectaculus, Zevolta und dem Schmutzgeier. Onkel Dagoberts Glückszehner war unter einem von sieben sogenannten Ultrapods gelagert, die zusammengesetzt die mächtige und zerstörerische – natürlich! – Ultramaschine ergeben. Ihrem Versuch, an die Teile zu gelangen, stellen sich die Ultrahelden entgegen, die Gamma um sich geschart hat: Sein Freund Micky Micky Maus, Phantomias (alias Donald), Phantomime (Daisy), Flederduck (Dussel Duck), Fortunator (Gustav Gans), Supergoof (alias Goofy) und der Mampfer (Franz Gans). So entbrennt ein spannender Wettlauf um die sieben Ultrapods – und dabei ringen unsere wackeren Helden nicht nur mit den "Bösen 7", sondern auch mit sich selbst…


Auch wenn sich Disney-Puristen am lockeren Stil der Artworks stoßen dürften, kann das Zeichnerteam der "Ultrahelden"-Saga überzeugen. Der dynamische Strich und die in einigen Passagen durchaus an Superhelden-Comics erinnernde Bildkomposition bringen frischen Wind in die Seiten des altehrwürdigen Lustigen Taschenbuchs. Passend dazu erfreuen auch die Texte das Leserherz, schließlich überraschen die Figuren mit rotzfrechen Dialogen und Insider-Gags, wenn sich auch einige von ihnen auf (in der Übersetzung spezifisch deutsche) Tagesaktualitäten beziehen und den Test der Zeit wohl nicht bestehen werden. Das ist dann aber auch schon der einzige nennenswerte Kritikpunkt, denn eine derart ambitionierte Superhelden-Hommage hat man von Disney lange nicht mehr gesehen. Herrliche Anspielungen an berühmte Charaktere wie Doctor Octopus (Krake Karlo mit mehreren Armen), Fortunator (wie der Grüne Kobold mit einem Gleiter unterwegs) oder Batman (Dussel als unfähiges, wandelndes Gadget-Kostüm) sorgen für jede Menge Lacher bei Spandexträger-Insidern, sind aber für das Verständnis der Storys überhaupt nicht erforderlich. Und so sind die "Ultrahelden" nicht nur ein Tipp für die jungen Disney-Fans, sondern auch eine Empfehlung für ältere Semester und ein mehr als gelungener Auftakt für die neue Reihe.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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Strikter Kaufbefehl.
Wer nicht nur sein Schimpfwortvokabular aufpolieren, sondern auch eine verteufelt lustige Geschichte voll Blasphemie und Zynismus lesen will, sollte (wieder) zugreifen.
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