SLAM Logo
© SLAM Media
SLAM #112 mit Interviews und Storys zu MASSENDEFEKT +++ EISBRECHER +++ HATEBREED +++ SEVENDUST +++ ACE FREHLEY +++ IDLES +++ TOUCHÉ AMORÉ +++ FATES WARNING +++ u.v.m. +++ plus CD mit 15 Tracks! Jetzt am Kiosk!

Audiobook-Review: Prof. Sigmund Freud 2 (Stil)

Achtung, Höchstgefahr für die Fingernägel! Stil präsentiert ein psychologisches Kammerspiel mit angezogener Spannungsschraube.

(C) Stil / Prof. Sigmund Freud 2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenMit „Familienersatz" legt das mehrfach preisgekrönte Label Stil bereits die zweite Folge der noch jungen Serie „Prof. Sigmund Freud" vor, die zeitlich mit dem Erstling erschienen ist. Erneut wird der Vater der Psychoanalyse ohne sein Zutun mit den Umständen eines Verbrechens konfrontiert. Doch anders als in der Pilotfolge ist es dieses Mal nicht die Gendarmerie in Person des stellvertretenden Bezirksvorstehers Karl Gruber, die Sigmund Freud um seine Hilfe bittet. Den Auftakt nehmen die Ereignisse scheinbar ganz harmlos mit einem Patienten, der kurzfristig um einen Termin beim Professor bittet. Unerwartet konfrontiert er den Therapeuten mit der ungeheuerlichen Enthüllung, er habe seinen Vater ermordet. Der offensichtlich kranke Mann nimmt Professor Freud in seiner eigenen Praxis als Geisel und erwartet von diesem, von seinen Schuldgefühlen entbunden zu werden.


Anders als sein Vorgänger entwickelt sich „Familienersatz" zu einem psychologischen Kammerspiel und der kriminalistische Aspekt tritt ein wenig in den Hintergrund. Allerdings macht dies den zweiten Output der Serie keineswegs weniger interessant. Im Gegenteil, das Wechselspiel zwischen Freud und seinem Patienten Herrn Harrant ist so intensiv, dass man nicht anders kann als vor den Lautsprecherboxen zu verharren um zu erfahren, wie diese verzwickte Situation ihr Ende findet. Um die Beweggründe für den von Harrant verübten Mord besser verstehen zu können, bringt Freud das Mittel der Familienauferstehung zum Einsatz, mit dessen Hilfe er mögliche Reaktionen der Familie Harrant simuliert.
Inhaltlich kann man an dieser Stelle nur festhalten, das Stil auch mit der zweiten Folge der Serie eine anspruchsvolle Hörspielproduktion vorlegt, die dem Medium neue, bisher nicht da gewesene Impulse liefert. Man kann sich nur wünschen, dass diese Serie die Chance auf dem Markt erhält, die ihr zweifellos zusteht. Jedem Hörer, der Krimi einmal anders erleben möchte als bei Sherlock Holmes und Konsorten, ist hier definitiv an der richtigen Adresse. Neben dem gelungenen Inhalt, für den erneut Heiko Martens verantwortlich zeichnet, ist es einmal mehr die auf den Punkt gebrachte Produktion des Hauses Stil, die dieses Hörspiel so hörenswert macht. Hier sitzt jedes Geräusch an der richtigen Stelle, die Musik ist passend und kommt punktgenau zum Einsatz.


Letztendlich zu einer vollkommen gelungenen Angelegenheit wird ein Hörspiel durch die Leistung seiner Sprecher, und die kann man hier gar nicht oft genug erwähnen. Alle, aber auch wirklich alle, machen hier einen tollen Job und es fällt schwer jemanden aus dem Ensemble hervorzuheben. Zusätzlich kommt in dieser Folge verstärkt ein trockener Wortwitz zum Einsatz, der insbesondere von Hans Peter Hellwachs und Felicitas Woll in Szene gesetzt wird. Erwähnt werden soll an dieser Stelle auch das ansprechende Booklet der Serie, das neben den üblichen Daten, einige interessante Zusatzinformationen bereithält. Dazu kommen einige Fotos der Hauptrollen. Das Layout der Serie ist gelungen und wird vom Konterfei Sigmund Freuds dominiert, hinter dem Kopf des berühmten Wieners sind einige Elemente der Story drapiert. Geschmälert wird das Hörvergnügen einzig und allein durch den erneut von Dr. Salwa Meier vorgetragenen wissenschaftlichen Kommentar, der lediglich eins ist: Ermüdend. „Prof. Sigmund Freud" ist ein, wenn nicht das Hörspielereignis 2011. Wer dieser Serie nicht zumindest eine Chance gibt, verpasst womöglich eines der absoluten Juwelen!   



# # # Oliver Fleischer # # #





Das gefällt mir! Weiter-tweeten
Strikter Kaufbefehl.
Wer nicht nur sein Schimpfwortvokabular aufpolieren, sondern auch eine verteufelt lustige Geschichte voll Blasphemie und Zynismus lesen will, sollte (wieder) zugreifen.
In seiner Autobiographie plaudert Dave Mustaine sehr ungezwungen aus dem Näh- oder eher Gitarrenkästchen über alle wichtigen Erlebnisse seines Lebens.
Im ersten Band der von André Houot geschaffenen Saga wird man ohne lange Umschweife in eine postapokalyptische, utopische Welt geführt.
Während Logan in der Hölle schmort, darf in gleich zwei neuen Reihen sein Nachwuchs ran.
Zehn Jahre nach der Veröffentlichung von "The Dirt", der aberwitzigen Story von MÖTLEY CRÜE, bringt Goldkehlchen Vince Neil, mittlerweile Geschäftsmann, nun seine eigene Biographie heraus.
Rock Classics
Facebook Twitter