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Book-Review: Die Einsamkeit des Todbringers (Festa)

Ein Thriller mit literarischen Tiefgang. Gifune gelingt die Symbiose von Fantasy, Thriller und Drama ohne dabei den roten Faden aus den Augen zu verlieren. Großartig!

(C) Festa Verlag / Die Einsamkeit des Todbringers / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEs gibt Bücher, die liest man, fühlt sich im besten Falle gut unterhalten und hat sie bereits nach kurzer Zeit wieder vergessen. Dann gibt es Bücher, die einen nicht mehr loslassen und noch lange Zeit zum Nachdenken bringen. Ein solches Buch hält man mit "Die Einsamkeit des Todbringers" von Greg F. Gifune in den Händen. Der Roman firmiert unter dem Etikett des Thrillers, doch diese Begrifflichkeit wird dem großartigen Erzähler Gifune nicht annähernd gerecht. Die Genre-Grenzen sind bereits nach wenigen Seiten zu eng gefasst, um dieses Buch beschreiben zu wollen.


Die anfänglich beschriebene Welt von Dignon Malloy, einem Mann in den Vierzigern, der seine bescheidene Bleibe mit Kater Tibbs teilt, erscheint einsam, trostlos und ständig verspürt man einen Hauch von Melancholie wenn man die Seiten umblättert. Dignon ist vom Leben mehr als nur einmal enttäuscht worden und hat sich derart zurückgezogen, dass Kontakte zur Außenwelt eher die Ausnahme darstellen. Das soll sich jedoch schnell ändern, als er eines Abends in einem Buch aus dem Second Hand Shop die Telefonnummer einer Unbekannten entdeckt, nehmen die Ereignisse ihren Lauf.


Vordergründig erzählt Gifune die Geschichte einer auf seltsamem Wege entstandenen Freundschaft, die einige dramatische Einschübe zu bieten hat. Doch dies ist erst der Auftakt, nach und nach zieht der Autor weitere Erzählebenen in seinen Roman ein, die die Geschehnisse immer wieder in neuem Licht dastehen lassen. Man schwankt zwischen der Vermutung hin und her gleichzeitig einen Thriller, ein Drama und einen düsteren Fantasyroman zu lesen. Was hier auf dem ersten Blick furchtbar verwirrend erscheint, ist es jedoch zu keiner Zeit. Alles passt zusammen und hinterlässt keine losen Enden. Besonders jene Passagen über die Kindheit von Dignon Malloy, die verteilt über die gesamte Länge des Buchs immer weitere erschütternde Details preisgeben, gehen dem Leser unter die Haut.


Man kann dieses Buch nur jedem wärmstens ans Herz legen, der die Lust verspürt einen Thriller abseits der breit ausgetretenen Pfade des Metiers zu lesen. Es mutet seltsam an, wenn man sich vor Augen hält, dass von einem hervorragenden Erzähler, der Gifune zweifelsohne ist, erst wenige Werke in deutscher Übersetzung vorliegen. Man kann nur hoffen, dass der Festa Verlag auch in Zukunft bereit ist, auf diesem Gebiet Pionierarbeit zu leisten. "Die Einsamkeit des Todbringers" ist ein Roman mit Tiefgang, den man sicherlich mehr als nur einmal in die Hand nehmen wird.



# # # Oliver Fleischer # # #





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Strikter Kaufbefehl.
Wer nicht nur sein Schimpfwortvokabular aufpolieren, sondern auch eine verteufelt lustige Geschichte voll Blasphemie und Zynismus lesen will, sollte (wieder) zugreifen.
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