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Comic-Review: Smoke City 1 & 2 (Splitter)

Nach mehreren Jahren Pause werden die Mitglieder einer Verbrecherbande reaktiviert, um einen spektakulären Diebstahl zu begehen.

(C) Splitter Verlag / Smoke City 1 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenCole Valentine ist ganz unten angekommen. Er hängt in schäbigen Kneipen herum und versteckt sich seit dem letzten Coup vor der Polizei von Smoke City. Auf dem besten Weg, sich um den Verstand zu trinken, stellt sich eines Abends eine alte Bekannte ein. Die attraktive Carmen ist dabei, im Auftrag eines vorerst unbekannten Auftraggebers die alte Gang wieder zu vereinen. Das stellt sich als schwieriges Unterfangen heraus, denn die gegenwärtigen Lebenssituationen der vier anderen Mitglieder könnte nicht unterschiedlicher sein: Franklin, nebenbei Coles Vater, ist als Psychopath in der Klapse eingesperrt, Hideaki hat sich zurückgezogen und betreibt ein japanisches Restaurant ausgerechnet in Chinatown, Hackergenie Moe hat bei der Polizei angeheuert und Harper als einziger der Gruppe, der geschnappt wurde, erwartet seine baldige Entlassung aus der Haft.


Die Voraussetzungen sind also nicht die besten, doch mit Ausnahme von Hideaki, der seine junge Schülerin Miyako als Ersatz stellt, sind schließlich alle wieder mit von der Partie. Der Auftraggeber wünscht den Diebstahl einer antiken Mumie aus seinem eigenen Museum, um nach dem Coup das Geld von der Versicherung einzutreiben. Die Sache eilt allerdings, es ist nur drei Tage Zeit, um das Ding durchzuziehen. Ein Plan wird geschmiedet und in die Tat umgesetzt, geradezu filmreif wird die Mumie aus dem Museum geschmuggelt.


Erfolgreich (C) Splitter Verlag / Smoke City 2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenmacht man sich aus dem Staub, wird dann allerdings von der Polizei geschnappt – ein Maulwurf hat die Gruppe verraten. Pikanterweise ist es Cole, auf den die anderen Mitglieder folglich wenig gut zu sprechen sind. Ihre Verhöre durch die Polizei fördern jedoch keine Geständnisse zutage, sondern vielmehr einen Deal, um den Auftraggeber der Gruppe endlich ans Messer zu liefern. Der zieht nicht nur die Strippen in der Stadt und hat sich mittels Schmiergeldern die Protektion wichtiger Leute gesichert. Der Grund dafür ist allerdings in einem unglaublichen Geheimnis begründet, das er Cole schließlich offenbart. Untrennbar verbunden damit ist die Mumie, die die Gruppe stehlen sollte – und die dämonischen Kräfte, die dahinter stecken…


Das Grundmotiv der wieder vereinten Gangster, der letzte Coup und ein "Ocean`s Eleven" im Museum sind zwar ein alter Hut und einige der Mitglieder überwinden ihre anfänglich Scheu unglaubwürdig schnell, doch speist sich die Attraktivität der Handlung aus dem zunächst nur angedeuteten übernatürlichen Twist und den lakonischen Kommentaren der Figuren, die noch dazu vom auch für das Artwork zuständigen Benjamin Carré im wahrsten Sinne des Wortes klischeehaft überzeichnet sind. Während der erste Band im Zeichen einer klassischen Kriminalgeschichte steht, wird der zweite von einem dichten Nebel an Mystery umwoben, der sich gekonnt mit dem ewigen Wunsch des Menschen, ewig zu leben, auseinandersetzt. Die erste Arbeit von Carré, der die Handlung gemeinsam mit Mathieu Mariolle gestaltet hat, ist eine interessante Lektüre, wenn die Geschichte gegen das Ende hin auch zu gehetzt wirkt und einige Seiten mehr vertragen hätte. Ansonsten darf man aber gespannt sein, ob er "Smoke City" in Zukunft ähnlich Ambitioniertes folgen lässt.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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Strikter Kaufbefehl.
Wer nicht nur sein Schimpfwortvokabular aufpolieren, sondern auch eine verteufelt lustige Geschichte voll Blasphemie und Zynismus lesen will, sollte (wieder) zugreifen.
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