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Comic-Review: Marvel Noir – X Men: Das Kainsmal (Panini)

Nach den blutigen Geschehnissen in New York warten im exotischen Madripoor neue Gefahren auf Angel, Wolverine und Cyclops.

(C) Panini Comics / Marvel Noir - X Men: Das Kainsmal / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEtwas mehr als 25 Jahre hat das Fürstentum Madripoor nun schon auf seinem fiktiven Buckel, seit es vom legendären Chris Claremont für "New Mutants" 32 erschaffen worden ist. Gelegen in Südostasien nahe Singapur, haben nicht nur die X-Men etliche Abenteuer in der Stadt bestanden. Der ehemalige Piratenstützpunkt ist in die wohlhabende Hightown und die ärmliche, von Verbrechen und Korruption geplagte Lowtown geteilt – perfekt also, um Madripoor als Handlungsschauplatz für Marvels "Noir"-Label zu erschließen. Im Vierteiler "Mark of Cain" verschlägt es Thomas "Angel" Halloway, Logan, Cyclops und Eugene Judd (alias Puck von Alpha Flight) nach den Ereignissen des Auftakts in New York hierher, genauer gesagt zuerst in den dichten Dschungel. Dorthin hat sie Marko Cain, Halbbruder von Charles Xavier und lokaler Verbrecherboss, geschickt, um den legendären Stein von Cyttorak aus einer Tempelanlage zu entwenden.


Trotz eines Angriffs von Einheimischen gelingt das Vorhaben, doch die Übergabe der Beute geht schief. Halloway & Co. werden von Cain aufs Kreuz gelegt und mit einer Tasche voll Zeitungspapier statt den erhofften Dollars abgespeist. Der Halunke kann sich jedoch nicht allzulange an seinem Coup erfreuen, wird seine Leiche doch kurze Zeit später in der Nähe von Genosha Bay entdeckt, dem Noir-Ebenbild von Guantanamo Bay. Auch hier werden in einem exterritorialen US-Gefängnis Personen teils ohne Anklage festgehalten und gefoltert, weil sie sich genetisch von ihren Mitbürgern unterscheiden und als Soziopathen angesehen werden. Um in eben diese Hochsicherheitsanlage zu kommen und mehr über das Schicksal Cains sowie den Verbleib des Steins zu erfahren, lässt sich Angel festnehmen und einliefern. Dort wartet allerdings mit dem "Professor des Verbrechens" ein alter Bekannter auf ihn…


Obwohl Autor Fred Van Lente augenzwinkernd mit einem an Newsreels der 1930er und 1940er erinnernden Bericht zu Genosha Bay und einem Hollywood-typischen Dschungelabenteuer startet, verliert die Story auf den folgenden Seiten etwas an Substanz. Das wird teilweise durch die Einführung altbekannter Charaktere in neuen Rollen und dem Verwirrspiel um Thomas Halloway und seinen toten Zwillingsbruder Robert wettgemacht, bis mehrere Twists am Ende die Handlung auf den Kopf stellen. Alles in allem kann "Das Kainsmal" aber nicht an die Qualität des Vorgängers heranreichen, daran ändern auch die wieder sehr stimmigen Zeichnungen inklusive Kolorierung von Dennis Calero nichts. Er hat übrigens auch den zusätzlich im Band enthaltenen Oneshot "Wolverine Noir: Weapon X" mit Kurt "Nightcrawler" Wagner im Fokus sowohl zeichnerisch als auch als Autor umgesetzt.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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Strikter Kaufbefehl.
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