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Comic-Review: Die Ducks – Eine Familienchronik (Ehapa)

Über die gar nicht so übersichtlichen verwandtschaftlichen Verstrickungen der wohl berühmtesten Sippe der Comic-Geschichte gibt dieser feine Band Auskunft.

(C) Egmont Ehapa Verlag / (C) Egmont Ehapa / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSeit Walt Disneys liebenswerter Tollpatsch vom Dienst, Donald Duck, 1934 im animierten Kurzfilm "The Wise Little Hen" sein Debüt gefeiert hat, ist das Figurenpersonal neben ihm stetig angewachsen. Drei Jahre später gesellten sich seine Neffen Tick, Trick und Track hinzu, 1940 wurde die ewig angehimmelte Daisy Duck vorgestellt. Mit Oma Duck im selben Jahr, Onkel Dagobert 1947 und Gustav Gans 1948 war die Kernfamilie schließlich komplett, doch sollten in den folgenden Jahren unzählige weitere Charaktere entstehen und mit unzähligen Vettern, Onkeln, Brüdern und Schwestern die Familienverhältnisse der Ducks schnell etwas unübersichtlich werden. In unseren Tagen, mit einer mehr als sechsstelligen Zahl an veröffentlichten Geschichten über das Leben in Entenhausen im Rücken, ist die Familie Duck zu einer eigenen Wissenschaft geworden, die bei eingefleischten Fans ordentlich die Köpfe rauchen lässt.


Mehrere Stammbäume machen die Runde, angefangen von den ursprünglich lediglich als Gedächtnisstütze angefertigten, vergleichsweise simpel gehaltenen Entwürfen des legendären Carl Barks, auf denen der geniale Don Rosa für sein meisterliches Epos "Onkel Dagobert: Sein Leben, seine Milliarden" aufbauen und eigene Ergänzungen einfügen konnte. Von diesen beiden Großen stammen (im wahrsten Sinne des Wortes) aber nicht die einzigen Stammbäume der Ducks ab, wie Insider wissen. Und auch einfache Fragen, wer denn nun etwa Donalds Mutter ist oder ob Franz, der auf Omas Bauernhof mehr lebt als arbeitet, eigentlich zur Familie gehört oder nicht, werden sowohl von Fans als auch Künstlern in ihren Werken unterschiedlich beantwortet. Etwas Licht ins Dunkel zu bringen versucht Ehapa mit der Duck’schen Familienchronik.


Jedem Charakter der Kernfamilie ist ein kurzer Essay gewidmet, dem mehrere Geschichten folgen, die uns entsprechende biographische Hintergründe verraten. So verrät der gute Donald einem Reporter seinen Geburtstag – es ist in dieser Version nicht wie manchmal behauptet ein "Freitag, der 13.", sondern der 9. Juni 1934, Premierentermin von "The Wise Little Hen" – und wie er als kleines Küken von Onkel Dagobert und Oma Duck gefunden wurde und an seine drei Neffen geraten ist. Einige Seiten später lernen wir dann zwei von Donalds Verwandten kennen, die nicht nur den Vornamen Danny teilen, sondern auch die kriminelle Energie, der eine als Safeknacker, der andere als Geldfälscher. Natürlich stellen sie für Donald großzügig passende Fettnäpfchen zum Reintreten zur Verfügung, da hilft auch die Stimme der Vernunft nichts. Die kommt wie immer von seinen drei Neffen, die in den folgenden Abenteuern die Hauptrollen tragen, gefolgt von einem Kapitel aus Don Rosas Lebensgeschichte von Onkel Dagobert. Weitere Erzählungen stellen Primus von Quack, Oma Duck, Franz Gans, Gustav Gans und Daisy Duck in den Vordergrund.


Nach den insgesamt 400 Seiten dieses Bands ist der Leser um einige Lacher reicher, jedoch nicht um allzu viele gesicherte Informationen, was jetzt die tatsächliche Zusammensetzung des Duck’schen Stammbaums betrifft. Zu verwirrend und widersprüchlich sind die Fakten, die von den verschiedensten Autoren präsentiert werden – so könnte Don Rosas Werk eigentlich alle Unklarheiten hinsichtlich der Verwandtschaft Onkel Dagoberts geklärt haben, würde nicht einige Seiten später plötzlich sein Halbbruder Dietram aus der Feder von William van Horn auftauchen. Es ist wie verhext! Wer also gehofft hat, endgültige Gewissheit zu erlangen, könnte glatt an den hier präsentierten Informationen verzweifeln. Darum sollte es aber nur einem Bruchteil der Leserschaft gehen, die große Mehrheit an Entenfans wird sicher ihre Freude am weit verzweigten familiären Chaos in Entenhausen haben. Ein ausklappbares beidseitiges Stammbaum-Poster rundet diesen tollen Band ab und macht "Die Ducks: Eine Familienchronik" zu einer kleinen Perle.




# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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Strikter Kaufbefehl.
Wer nicht nur sein Schimpfwortvokabular aufpolieren, sondern auch eine verteufelt lustige Geschichte voll Blasphemie und Zynismus lesen will, sollte (wieder) zugreifen.
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