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Comic-Review: X-Force – Sex & Violence (Panini)

Knarren, Krallen und knackige Kommentare – so lässt sich dieser Band wohl am besten zusammenfassen.

(C) Panini Comics / X-Force: Sex & Violence / Zum Vergrößern auf das Bild klickenNach dem Reboot im Jahr 1975 mauserten sich die X-Men im Laufe des folgenden Jahrzehnts zu einer der erfolgreichsten Comics in den Vereinigten Staaten. Marvel erkannte die Gunst der Stunde und startete mit den "New Mutants" die erste von mehreren Spin-offs. Nachdem sich die Reihe mehr schlecht als recht durchschlug, wurden die Verkaufszahlen ab 1989 mit der Übernahme des neuen Kreativteams Rob Liefeld (Story, Zeichnungen) und Fabian Nicieza (Dialoge) in ungeahnte Höhen katapultiert. In den späten Ausgaben der Reihe führte das Kreativteam bekannte Charaktere wie Cable, den schizophrenen Deadpool oder Domino ein. 1991 verkaufte sich die Erstnummer der nunmehrigen "X-Force" rund eine Million Mal und lieferten einen Vorgeschmack auf den Comic-Spekulationswahn in den kommenden Jahren vorweg.


Mit dem Weggang von Liefeld zum von ihm mitbegründeten Verlag Image brach die Popularität der Serie ein und erholte sich in der Folge trotz mehrerer Reboots nie mehr wirklich. Im Rahmen des "Messiah CompleX"-Crossovers wurde eine neue X-Force mit Craig Kyle und Christopher Yost als Autoren gegründet. Für die hierzulande im Hardcover-Band veröffentlichte dreiteilige Miniserie "X-Force: Sex & Violence" durften sie sich, wie der Titel und der Vermerk "Explicit Content" auf den Originalcovers schon nahelegen, ordentlich austoben. Ihnen zur Seite stand der italienische Zeichnerstar Gabrielle Dell`Otto, der Panini-Fans von diversen Postern und Kunstdrucken sowie der gemeinsam mit Brian Michael Bendis geschaffenen Serie "Secret War" sicherlich vertraut ist. Bei "Sex & Violence" handelt es sich um einer der Arbeiten, die im Rahmen seines 2009 mit Marvel geschlossenen Exklusivvertrags entstanden sind.


Die Story ist schnell erzählt: Domino kommt zerschunden und blutend ins Hauptquartier der X-Force, um von Wolverine sogleich beinhart ins Kreuzverhör genommen zu werden. Wie sie berichtet, hat die Mörder-Gilde ihre Killerspezialisten auf sie angesetzt. Der Grund dafür ist ein schief gegangener Coup, an dem die junge Dame beteiligt war und mal eben mit der stolzen Summe von 237 Millionen Dollar in bar entkommen ist. Doch nicht nur die Gilde ist auf Blut aus, sondern auch die "Hand", die die Chance wittert ihrer Konkurrenz zu schaden. Wolvie und Domino müssen sich nun zusammenrufen und ihre Gegner mit Krallen und Knarren zur Räson bringen. Was natürlich seine Tücken hat!


Das klare Highlight von "Sex & Violence" sind die tollen Illustrationen von Gabrielle Dell`Otto. Ihm gelingt es, sowohl das animalische Wüten von Logan als auch die verführerische Sexbombe Domino entsprechend in Szene zu setzen. Die Kämpfe werden explizit dargestellt mit filetierten Körperteilen und durchbohrten Gesichtern, die mit ihrer Dynamik stark punkten. Damit kann der Plot von Kyle und Yost nicht ganz Schritt halten, zu bekannt ist doch das Grundthema, das hier geboten wird. Am interessantesten ist die erotische Spannung, die zwischen den beiden Protagonisten aufgebaut wird und für Knistern und lockere Sprüche sorgt. Das macht "Sex & Violence" zwar auf jeden Fall zur kurzweiligen Kost, aber zu keinem Comic den man unbedingt gelesen haben sollte. 



# # # Andreas Grabenschweiger # # #

   



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Strikter Kaufbefehl.
Wer nicht nur sein Schimpfwortvokabular aufpolieren, sondern auch eine verteufelt lustige Geschichte voll Blasphemie und Zynismus lesen will, sollte (wieder) zugreifen.
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