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Book-Review: Star Trek – Einzelschicksale (Cross Cult)

Keith R. A. DeCandidos letzter Beitrag zum Star Trek-Universum ist der bemerkenswerte Versuch, Ordnung in das Chaos zu bringen, das die Borg in ihren letzten verheerenden Feldzügen verursacht haben. Dabei gelingt es ihm sehr atmosphärisch die Auswirkungen der Invasion zu schildern.

Star Trek - Einzelschicksale (C) Cross Cult Verlag / Zum Vergrößern auf das Bild klickenZwei Monate nach den Ereignissen der Romantrilogie "Star Trek – Destiny" befinden sich die Förderation sowie viele andere Welten, Alliierte als auch Feinde, im Prozess des Wiederaufbaus. Vieles wurde zerstört, teils für immer, wobei mehr als sechs Milliarden Leben von den Borg ausgelöscht wurden. Flüchtlinge werden in unterschiedlichste Kolonien aufgeteilt, meist ohne plausible Erklärung weshalb und wieso, darüber hinaus sind Versorgungsgüter so gut wie nicht vorhanden. Manche sind bereit mit Würde zu sterben, andere hingegen, die durch die Attacken der Borg am Boden zerstört sind, wollen es einfach nur beenden ohne irgendeine Hoffnung auf Besserung der tristen Lage. Jeder einzelne hat jedoch ein und dieselbe brennende Frage im Kopf: Was passiert jetzt als nächstes? Noch furchterregender als diese Frage ist die Antwort darauf: Niemand weiß es.


In "Einzelschicksale" schafft es DeCandido die Ereignisse über ganze Welten und Kulturen zu spannen und sich nicht nur auf die Förderation zu beschränken, die nach der brutalen Apokalypse vor einer schwierigen Aufgabe steht. Es ist interessant zu beobachten, wie einem beim Lesen des Romans ein Spiegel hinsichtlich der weltweiten momentanen gesellschaftlichen Lage vorgehalten wird. Es erscheint schwer, bei Weglassen dieses Spiegels die offensichtlichen Parallelen zur echten Welt zu ignorieren, die DeCandido so vorzüglich in "Einzelschicksale" darstellt – jeder sieht sich mit denselben Problemen konfrontiert und egal auf welche Lösung man sich auch einigen sollte, am Ende ist dann doch keiner damit zufrieden. Die tatsächlichen Auswirkungen der Borg-Angriffe auf die einzelnen Individuen werden mit Hilfe von persönlichen Erzählungen, Briefen und Berichten in den verschiedenen Kapiteln enthüllt. Während die einen mit der momentanen Weiterentwicklung der Dinge zufrieden sind, stehen die anderen kurz vor einem Nervenzusammenbruch. So zerstreut wie die Lebewesen und deren Schicksale selbst, sieht sich der Leser mit einem erschreckend realistischen Puzzle konfrontiert, das es behutsam zusammenzufügen gilt.


Wir begegnen einem bekannten Gesicht, nämlich dem von Jadzia Dax. Sie und die Crew der Aventine haben die Aufgabe, den Geschichtsprofessor Sonek Pran nach Romulus zu bringen. Dort soll er Imperatorin Donatra, die neue Vorsitzende des romulanischen Senats davon überzeugen, ein Abkommen mit ihrer ehemaligen Rivalin und mittlerweile verbündeten Tal’Aura zu treffen, um Nahrung und notwendige Hilfsgüter für Romulaner und benachbarte Planeten zur Verfügung zu stellen, die schwer von den Borg-Attacken getroffen wurden. Inzwischen versuchen die Kinshaya Kapital aus den erlittenen Schwächen der Klingonen zu schlagen, indem sie sich das nehmen, was ihnen ihrer Meinung nach rechtens zusteht, unter anderem nicht weniger als zwei klingonische Kolonien. Wer aber die Klingonen kennt, weiß dass dieses Verhalten nur Vergeltung um jeden Preis bedeuten kann. Allerdings ist es eine Serie von anscheinend voneinander unabhängigen Ereignissen, die eine völlig neue Gefahr für die Förderation und die darin befindlichen Welten heraufzubeschwören scheint.


Obwohl es beim Großteil von "Star Trek – Einzelschicksale" um politische Verstrickungen und Auseinandersetzungen geht, so ist es dennoch eine faszinierende Lektüre. Und auch wenn es nicht wirklich viel Action gibt, so bleibt die Geschichte dennoch durchgehend packend. Sonek Pran ist ein komplexer und interessanter Charakter mit einem vielseitigen Hintergrund, der das große Mysterium entdeckt und wesentlich an wichtigen Verhandlungen beteiligt ist. "Einzelschicksale" lässt erahnen dass noch einiges auf die Protagonisten zukommen wird und enttäuscht Leser und Fans garantiert nicht.



# # # Michel Bakhoum # # #





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Strikter Kaufbefehl.
Wer nicht nur sein Schimpfwortvokabular aufpolieren, sondern auch eine verteufelt lustige Geschichte voll Blasphemie und Zynismus lesen will, sollte (wieder) zugreifen.
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