In Kürze
jährt sich eine der größten Umweltkatastrophen des 20. Jahrhunderts: Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine aufgrund einer Kernschmelze zur Explosion eines Reaktorblocks und zum Austritt größerer Mengen radioaktiven Materials. Tagelang verschwiegen die sowjetischen Machthaber den Vorfall, bis die Messinstrumente einer Kernkraftanlage im schwedischen Forsmark erhöhte Strahlenbelastung meldeten und der Verdacht aufgrund der Windrichtung auf das Gebiet der UdSSR fiel. Kurze Zeit später räumte das kommunistische Regime ein, dass es zu einem ernsten Unglück mit Todesopfern gekommen war, spielte die tatsächlichen Ausmaße aber herunter. Wertvolle Stunden und Tage verstrichen, die man für Schutz und Evakuierung der eigenen Bevölkerung sowie entsprechenden Warnungen an die Länder jenseits des Eisernen Vorhangs nützen hätte können. Was uns anderthalb Jahrzehnte später im Gedächtnis bleibt, ist die wochen- und monatelange Angst in der Bevölkerung aufgrund der Kontaminierung weiter Teile Europas und die Gewissheit, dass der Super-GAU keine Fiktion ist, sondern jederzeit eintreten kann.
Die radioaktiven Partikel schlugen sich nicht nur in der Erde nieder, sondern auch in der Literatur. Bereits 1987 veröffentlichte Gudrun Pausewang ihren Roman „Die Wolke“, in dem die möglichen Folgen eines Reaktorunfalls in Deutschland dargestellt werden. Nachdem die Comic-Adaption von Anike Hage bereits 2008 beim Ravensburger Verlag erschien, hat sie Tokyopop kürzlich nochmals als Taschenbuch veröffentlicht. Protagonistin ist die 15-jährige Janna, die während des Unterrichts wegen einem ABC-Alarm gemeinsam mit ihren Klassenkameraden dazu aufgefordert wird, die Schule zu verlassen und nach Hause zu gehen. Im nahe gelegenen Atomkraftwerk ist es offensichtlich zu einem Zwischenfall gekommen, die Gegend als unmittelbare Gefahrenzone soll evakuiert werden. Glücklicherweise ergattert Janna eine Mitfahrgelegenheit in ihren Heimatort und macht sich gemeinsam mit ihrem kleinen Bruder Uli auf zu ihrer Tante nach Hamburg. Auf dem Weg dorthin kommt es zu einem furchtbaren Unfall, bei dem Uli von einem Auto getötet wird. Janna selbst gerät in radioaktiv verseuchten Regen und findet sich schließlich in einem Notspital wieder. Ihre Tante holt sie nach Hamburg, wo sie sich als Überlebende und Außenseiter nur schwer zurechtfindet.
Auch wenn Janna und ihre Mitschüler sich in Anike Hages Fassung von „Die Wolke“ leicht modernisiert mit Handy verständigen, bleibt die grundsätzliche Aussage von 1987 doch unverändert. Das Chaos, das Fehlen von Informationen und die Unberechenbarkeit der Menschen in einer akuten Notsituation zeitigen dabei mindestens so furchtbare Schäden wie die nukleare Katastrophe selbst. Das Schwanken zwischen Resignation und Hoffnung wird glaubwürdig dargestellt, vor allem die Traumsequenzen mit dem toten Bruder spiegeln die Verzweiflung und auch Überlebensschuld der Betroffenen eines Super-GAUs wider. Handwerklich ist der Adaption nichts vorzuwerfen, wie der gleichnamige Film von 2006 macht Hage die Beziehung zu Elmar zu einem zentralen Thema, allerdings ohne einen guten Ausgang –die radioaktive Wolke, schert sich eben nicht um ein Happy End. Wer Jugendliche an die Thematik Tschernobyl heranführen will, die für die meisten Nachgeborenen lediglich ein zeitlich weit entschwundener Fiebertraum zu sein scheint, hat mit diesem Buch empfehlenswertes Anschauungsmaterial.
jährt sich eine der größten Umweltkatastrophen des 20. Jahrhunderts: Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine aufgrund einer Kernschmelze zur Explosion eines Reaktorblocks und zum Austritt größerer Mengen radioaktiven Materials. Tagelang verschwiegen die sowjetischen Machthaber den Vorfall, bis die Messinstrumente einer Kernkraftanlage im schwedischen Forsmark erhöhte Strahlenbelastung meldeten und der Verdacht aufgrund der Windrichtung auf das Gebiet der UdSSR fiel. Kurze Zeit später räumte das kommunistische Regime ein, dass es zu einem ernsten Unglück mit Todesopfern gekommen war, spielte die tatsächlichen Ausmaße aber herunter. Wertvolle Stunden und Tage verstrichen, die man für Schutz und Evakuierung der eigenen Bevölkerung sowie entsprechenden Warnungen an die Länder jenseits des Eisernen Vorhangs nützen hätte können. Was uns anderthalb Jahrzehnte später im Gedächtnis bleibt, ist die wochen- und monatelange Angst in der Bevölkerung aufgrund der Kontaminierung weiter Teile Europas und die Gewissheit, dass der Super-GAU keine Fiktion ist, sondern jederzeit eintreten kann.Die radioaktiven Partikel schlugen sich nicht nur in der Erde nieder, sondern auch in der Literatur. Bereits 1987 veröffentlichte Gudrun Pausewang ihren Roman „Die Wolke“, in dem die möglichen Folgen eines Reaktorunfalls in Deutschland dargestellt werden. Nachdem die Comic-Adaption von Anike Hage bereits 2008 beim Ravensburger Verlag erschien, hat sie Tokyopop kürzlich nochmals als Taschenbuch veröffentlicht. Protagonistin ist die 15-jährige Janna, die während des Unterrichts wegen einem ABC-Alarm gemeinsam mit ihren Klassenkameraden dazu aufgefordert wird, die Schule zu verlassen und nach Hause zu gehen. Im nahe gelegenen Atomkraftwerk ist es offensichtlich zu einem Zwischenfall gekommen, die Gegend als unmittelbare Gefahrenzone soll evakuiert werden. Glücklicherweise ergattert Janna eine Mitfahrgelegenheit in ihren Heimatort und macht sich gemeinsam mit ihrem kleinen Bruder Uli auf zu ihrer Tante nach Hamburg. Auf dem Weg dorthin kommt es zu einem furchtbaren Unfall, bei dem Uli von einem Auto getötet wird. Janna selbst gerät in radioaktiv verseuchten Regen und findet sich schließlich in einem Notspital wieder. Ihre Tante holt sie nach Hamburg, wo sie sich als Überlebende und Außenseiter nur schwer zurechtfindet.
Auch wenn Janna und ihre Mitschüler sich in Anike Hages Fassung von „Die Wolke“ leicht modernisiert mit Handy verständigen, bleibt die grundsätzliche Aussage von 1987 doch unverändert. Das Chaos, das Fehlen von Informationen und die Unberechenbarkeit der Menschen in einer akuten Notsituation zeitigen dabei mindestens so furchtbare Schäden wie die nukleare Katastrophe selbst. Das Schwanken zwischen Resignation und Hoffnung wird glaubwürdig dargestellt, vor allem die Traumsequenzen mit dem toten Bruder spiegeln die Verzweiflung und auch Überlebensschuld der Betroffenen eines Super-GAUs wider. Handwerklich ist der Adaption nichts vorzuwerfen, wie der gleichnamige Film von 2006 macht Hage die Beziehung zu Elmar zu einem zentralen Thema, allerdings ohne einen guten Ausgang –die radioaktive Wolke, schert sich eben nicht um ein Happy End. Wer Jugendliche an die Thematik Tschernobyl heranführen will, die für die meisten Nachgeborenen lediglich ein zeitlich weit entschwundener Fiebertraum zu sein scheint, hat mit diesem Buch empfehlenswertes Anschauungsmaterial.
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